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12.04.1996 - 

Electronic Data Interchange/Informationsveranstaltungen sollen Lieferanten ueberzeugen

Karstadt optimiert auf Basis von EDI die Logistikablaeufe

Von der Edifact-Einfuehrung verspricht sich nicht nur die Karstadt AG, sondern auch die Lieferanten folgende Vorteile: -eine schnellere Uebermittlung der Bestellungen zum Lieferanten;

-eine schnellere Bearbeitung und Ausfuehrung der Bestellungen durch den Lieferanten;

-eine Steigerung der Zufriedenheit bei den Kunden durch eine raschere Abwicklung der Auftraege;

-kuerzere Bestellzyklen;

-eine Verkleinerung der Bestellmengen;

-eine Reduktion von Lagerflaeche und -kosten;

-eine Transparenz der Geschaeftsentwicklung durch die regelmaessige Auftragserteilung sowie

-eine Reduzierung des Risikos der Warenbeschaffung fuer Industrie und Handel.

Um den Zulieferern das Nutzenpotential von Edifact weiter schmackhaft zu machen, fuehren die Verantwortlichen bei Karstadt in regelmaessigen Abstaenden EDI-Veranstaltungen durch. Ziel ist es, den Teilnehmern einen ersten Einblick in die EDI-Technologie zu geben und sie vom Nutzen dieses Verfahrens zu ueberzeugen. Der intensive Kontakt zu den Lieferanten fuehrte bislang dazu, dass sich die Zahl der EDI-faehigen Partner seit 1993 verdreifacht hat und, so rechnet man, auch in diesem Jahr weiter stark ansteigen wird.

Die anfallenden Investitionskosten fuer ein zu beschaffendes EDI- System sowie die notwendigen organisatorischen Anpassungen der Geschaeftsablaeufe amortisieren sich in aller Regel bereits durch den elektronischen Datenaustausch mit nur einem Geschaeftspartner.

Neben den obengenannten Kriterien sind fuer den Lieferanten folgende weitere Vorteile zu nennen: -Einsparungen bei die Datenerfassung;

-Uebernahme der Bestelldaten in das Warenwirtschaftssystem;

-eine Reduzierung von Falscheingaben und daraus folgenden Fehllieferungen;

-der rechtzeitige Erhalt von Daten zur Planung und Steuerung von Absatz, Produktion und Einkauf;

-ein kalkulierbares Risiko durch Bevorratung von Artikeln;

-eine bessere Auslastung der Produktion;

-eine Rationalisierung des eigenen Geschaeftssystems sowie

-die Festigung und der Ausbau der Wettbewerbsposition. Karstadt versucht, ueber die sogenannte Transitabwicklung mit den Lieferanten den Weg der EDI-Bestellung zu gehen. Filialen koennen so den direkten Warenbezug vom Lieferanten realisieren. Voraussetzung ist der Austausch der Nachrichtentypen Eancom-Orders und Desadv D.93A.

Die Einkaufsentscheidung obliegt dabei den Karstadt-Filialen, die Artikel in Form von Extrabestellungen (Mobida-Dispositionen) oder durch hinterlegte Bestellmengen und -punkte aufgrund der gemeldeten Verkaeufe ueber die Kassen (ABE) ordern. Diese Bestellungen werden taeglich an das Auftragswesen der Karstadt- Zentrale uebermittelt. Hier wird neben einer syntaktischen und semantischen Pruefung festgestellt, ob der Vorgang konventionell per Papier, Fax etc. abgewickelt oder eine Edifact-Bestellung (Eancom-Orders D.93A) ausgeloest werden soll.

Im Falle einer Eancom-Orders D.93A werden Auftraege je Filiale, Abteilung und Lieferant mit den dazugehoerigen Positionen gebildet, die anschliessend per Datenfernuebertragung an eine Mailbox (Telebox.400, GE, IBM) uebermittelt werden. Der Lieferant ruft die Eancom-Orders D.93A aus der Mailbox ab, konvertiert sie mit Hilfe eines EDI-Systems in sein Inhouse-Format und verarbeitet diese Daten mit dem Anwendungssystem weiter. Im weiteren Verlauf werden die Auftraege filialweise bearbeitet.

Der Versand der Ware erfolgt nicht an die Filialen direkt, sondern die Filialpakete werden gebuendelt zu vereinbarten Terminen an einen Karstadt-Logistikbetrieb geliefert. Mit Zeitpunkt des Versands uebermittelt der Lieferant per Eancom-Desadv D.93A (Liefermeldung) die Inhalte jeder Filialsendung an die Mailbox. Die Karstadt-Zentrale sammelt die Liefermeldungen und uebertraegt diese taeglich an den zustaendigen Logistikbetrieb. Kommen die Waren dort an, werden die eingegangenen Filialsendungen mit den uebertragenen Daten verglichen. Ueber interne Programme erfolgt die Eingabe der Lieferdaten; die Sendungen werden im Warenausgang mit den Sendungen der regulaeren Lagerware verdichtet und an die Filialen geliefert. Mit Warenausgang im Logistikbetrieb werden die fuer die Filialen erforderlichen Buchungsvorgaenge automatisch fuer die Arbeitsgebiete "Kreditoren" und "Neue Warenwirtschaft" vorgenommen.

Fazit: Karstadt beschreitet bei der Einfuehrung von EDI einen pragmatischen Weg. Die teilweise noch fehlende Akzeptanz der Karstadt-Lieferanten soll durch EDI-Veranstaltungen, wo sowohl Softwarehersteller als auch die Stratedi GmbH als ein neutraler EDI-Dienstleister referieren, erhoeht und jedem interessierten Lieferanten die Unterstuetzung bei der EDI-Implementierung angeboten werden. Denn auch in Zukunft verfolgt Karstadt das Ziel, unter aktiver Beteiligung der Geschaeftspartner die noch haeufig zu beobachtende EDI-Hemmschwelle abzubauen und die Logistikablaeufe durch die Transitabwicklung auf der Grundlage von Edifact zu optimieren.

Kurz & buendig

Die Karstadt AG setzt in puncto elektronischer Geschaeftsverkehr (EDI) auf Kooperation. Ziel des Konzerns ist es, seine Lieferanten durch Informationsveranstaltungen von den EDI-Vorteilen zu ueberzeugen. Im Zuge der sogenannten Transitabwicklung sollen die Karstadt-Filialen das Bestellwesen in moeglichst umfangreichem Masse direkt elektronisch mit den Lieferanten realisieren.

*Diplominformatiker Andreas Weng ist bei der Karstadt AG in Essen fuer die Informationswirtschaft, Projekte Warenwirtschaft, verantwortlich