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Itellium-Zukunft geklärt


02.07.2004 - 

Karstadt-Quelle lagert Rechenzentrum aus

MÜNCHEN (rg/jha) - Der Karstadt-Quelle-Konzern hat sich von Plänen verabschiedet, seine IT in ein Joint Venture einzubringen. Teile der IT will das Unternehmen nun weiter inhouse betreiben, das Rechenzentrum wird hingegen ausgelagert.

Im März dieses Jahres hatte der mit schlechter Umsatz- und Ertragslage kämpfende Karstadt-Quelle-Konzern angekündigt, Teile seiner IT-Tochter Itellium verkaufen zu wollen. Unbestätigten Gerüchten zufolge plante der Warenhaus- und Versandhandelsriese zwei Joint Ventures für den IT-Betrieb. Das eine Gemeinschaftsunternehmen sollte mehrheitlich in den Besitz eines IT-Partners übergehen und das Management der IT-Infrastruktur übernehmen. Das zweite von Karstadt-Quelle kontrollierte Joint Venture war für den Applikationsbetrieb vorgesehen. Bestätigt wurde damals lediglich, dass man ein Partnermodell für den IT-Betrieb verfolge.

Diese Pläne sind vorerst vom Tisch. Einer unternehmensnahen Quelle zufolge hat eine interne Prüfung vor zu großen Problemen mit einer solchen Joint-Venture-Struktur gewarnt. Vor allem das Ziel, mit dem Gemeinschaftsunternehmen auch andere Unternehmen aus dem Drittmarkt anzusprechen, sei unrealistisch und kaum erfolgversprechend. Die Karstadt-Quelle-Verantwortlichen fürchteten demnach zu hohe Vorlaufinvestitionen in einem sich nur langsam entwickelnden Markt.

Nun will der Konzern Rechenzentren und Netze einem externen Dienstleister im Rahmen eines Outsourcing-Abkommens übergeben. Die Verhandlungen befinden sich dem Vernehmen nach bereits in der letzten Runde.

Wie viele Mitarbeiter und Standorte betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Nicht zur Debatte steht die Auslagerung der Itellium-Geschäftsbereiche Versandhandel und Warenhaus. In diesen Gruppen bündelt der IT-Dienstleister die Beratungs-, Integrations- und Implementierungskompetenz für die Kernsysteme.

Die zunächst von Karstadt-Quelle favorisierte Joint-Venture-Strategie wurde von Marktbeobachtern ohnehin skeptisch betrachtet: Die Erfahrungen mit gemeinschaftlich von Anbieter und Anwender geführten Betreibergesellschaften sind weitgehend schlecht. Vor allem Mitte der 90er Jahre haben viele Unternehmen mit externen Dienstleistern als Alternative zum Komplett-Outsourcing Joint Ventures gegründet, um auch nach der Auslagerung die Entwicklung der IT-Umgebung beeinflussen zu können. "Joint Ventures bergen immer Streitpotenzial zwischen den Partnern", beobachtet Peter Funke, Vorstand der SMP AG aus Düsseldorf, eines Beratungshauses für IT-Ausgründungen. "Das beginnt schon mit der Frage, wer die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen bekommt." Zudem sei diese Art der Firmengründung nur sinnvoll, wenn zwei starke Partner zusammenfänden, die ihr Portfolio und Fachwissen ergänzten, um einen neuen Markt zu erobern.

Eine Kernkompetenz des Versandhandels ist jedoch die Auswertung des Adressmaterials. Sie basiert zwar auf IT, doch die zugrunde liegende IT-Infrastruktur muss dabei nicht zwangläufig im eigenen Hause bleiben. "Dass Karstadt über das Rechenzentrums-Outsourcing nachdenkt, halte ich für nahe liegend und sinnvoll", erläutert Funke. "Externe Anbieter können die IT innerhalb einer größeren Umgebung sicher kostengünstiger anbieten."