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18.01.1985 - 

Philips verschwieg jahrelang Mehrheitsbeteiligung:

Kartellamt fordert Auskunft Ober Loewe

BERLIN/HAMBURG (cmd) - Das Bundeskartellamt hat Philips aufgefordert, eine Stellungnahme wegen der über Jahre hinweg nicht gemeldeten Mehrheitsbeteiligung an Loewe Opta abzugeben.

Die Berliner Kartellwächter reagierten damit auf Presseberichte aus Holland, wonach die Philips-Zentrale in Eindhoven eingeräumt hatte, die Beteiligung an dem Kronacher Elektronikunternehmen nicht gemeldet zu haben. Die Holländer traten die Flucht in die Öffentlichkeit an, nachdem ein ehemaliger leitender Mitarbeiter von Philips gedroht hatte, diese Informationen weiterzugehen, falls der Konzern nicht umgerechnet fünf Millionen Mark Schweigegeld zahle.

Auf Anfrage erklärte ein Sprecher des Kartellamts, die Mehrheitsbeteiligung an Loewe sei unter mehreren Aspekten relevant: Zum einen müsse eine solche Beteiligung, insbesondere wenn ein ausländisches Unternehmen sich in einer deutschen Firma engagiere, dem Kartellamt angezeigt werden. Zweitens müsse man bei Zusammenschlußfällen, die in, späteren Jahren angezeigt werden, auch eine Liste sämtlicher bereits bestehender Mehrheitsbeteiligungen

abgegeben werden. Drittens schließlich habe Philips im Zusammenhang mit der Grundig-Übernahme auf Befragen ausdrücklich versichert, daß man nicht mehr als 15 Prozent an Loewe halte, und sich verpflichtet, auch dieses Paket bis Ende 1985 zu veräußern.

Sollten sich, so der Sprecher weiter, die Presseberichte in den ersten beiden Punkten als richtig erweisen, so stellten die Nicht-Anzeige sowie die nicht vollständige Anzeige in anderen Fällen eine Ordnungswidrigkeit dar.

Über die tatsächliche Höhe der früheren Mehrheitsbeteiligung an Loewe konnte das Kartellamt keine Angaben machen, da offenbar noch nicht endgültig geklärt ist, an welchen der vier Beteiligungsgesellschaften, die die Loewe-Anteile halten, Philips seinerseits mehrheitlich beteiligt war. Es deute jedoch einiges darauf daß die Holländer mindestens 55 Prozent des Kronacher Unternehmens besessen hätten.