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Steht die Zerschlagung von Sprint bevor?


30.06.2000 - 

Kartellbehörde zückt rote Karte gegen Worldcom

MÜNCHEN (CW) - Nachdem verlautet war, dass die EU-Kommission ein Verbot der Fusion zwischen Worldcom und Sprint vorbereitet, reagierte Worldcom mit weit reichenden Zugeständnissen. Selbst eine Zerschlagung von Sprint will der Konzern nun in Kauf nehmen.

Um das Plazet der Kartellbehörde für den geplanten Aufkauf des US-Konkurrenten Sprint zu bekommen, will Worldcom große Opfer bringen. Das Unternehmen ist nun bereit, die gesamte Festnetz- und Internet-Sparte von Sprint nach der Übernahme zu veräußern. Diese Unternehmensteile machen zusammen ungefähr ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens von 115 Milliarden Dollar aus. Damit wäre der Verkauf die größte Konzession, die Kartellbehörden jemals erzwungen haben.

Stunden vor dem Einlenken von Worldcom war durchgesickert, dass die EU-Kommission das Verbot der Fusion vorbereitet. Das Veto war bereits als Beschlussvorlage zur Diskussion mit den nationalen Kartellbehörden formuliert worden.

Konkurrenten der beiden Konzerne drängen die EU zu noch härteren Auflagen - etwa der Ausgliederung von Uunet, der Internet-Tochter von Worldcom. In den USA würde der Verkauf des Sprint-Telefonnetzes voraussichtlich einen Bieterkampf entfachen. Sowohl die Deutsche Telekom als auch Bell South hatten sich 1999 um Sprint bemüht, wurden aber von Worldcom überboten. Auch France Télécom gilt als potenzieller Interessent.

Als Ergebnis der zweitgrößten Übernahme im TK-Markt nach dem Mannesmann-Kauf durch Vodafone behielte Worldcom lediglich einen kleinen Festnetzbereich im Wert von fünf bis zehn Milliarden Dollar - ansonsten nur das Mobilfunknetz im Wert von 60 Milliarden Dollar. Vor allem deswegen wollte Worldcom mit Sprint fusionieren. Die endgültige Entscheidung fällt voraussichtlich am 5. Juli.