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05.06.1992 - 

HDS und Grau Automation rücken zusammen

Kassettensystem Abba/2 wird von Hitachi weltweit vertrieben

BÖHMENKIRCH (jm) - Die Grau Automation GmbH & Co. aus dem schwäbischen Böhmenkirch hat mit der Hitachi Data Systems (HDS) eine Absichtserklärung getroffen, wonach HDS über den europäischen Raum hinaus das automatisierte Kassettenrobotersystem Abba/2 auch in den USA und im asiatischen Raum vertreiben soH. Darüber hinaus wird Gau in der zweiten Jahreshälfte 1992 ein Einstiegsmodell seiner Abba-Linie präsentieren.

Auch als Reaktion auf die IBM-Vorstellung des 3495-Kassetten-Archivsystems (vergleiche CW Nr. 22 vom 29. Mai 1992, Seite 21: "Neues Kassetten-Archivsystem... ") sei die verstärkte deutsch-japanische Vermarktungskooperation zu verstehen, äußerte Grau-Geschäftsführer Hartmut Reichert gegenüber der COMPUTERWOCHE.

Neben den bisher schon als Grau-Partner aufgetretenen Japanern unterhält die Grau GmbH auch mit SNI, Bull, Tandem und der IBM Partnerschaftsverträge, die den Vertrieb sowie die Wartung und die Ersatzteilbelieferung von Abba-Archivsystemen vorsehen. Bislang konnte die IBM in diesem Marktsegment keine Produkte vorweisen, die gegen das Angebot etwa des absoluten Marktführers Storage Technology sowie von Memorex Telex anzutreten vermochten.

Die Zusammenarbeit zwischen der IBM und dem schwäbischen Unternehmen sah neben der Vertriebs- und Support-Vereinbarung auch eine Kooperation in technologischer Hinsicht vor: Zumindest beim Abba/2-Vorläufermodell Abba/1 lieferte Big Blue das Robotersystem. Diese Zusammenarbeit endete allerdings mit dem aktuellen Grau-Angebot, das im Februar 1992 präsentiert wurde: Jetzt liefert der Grau-Minderheitseigner, die Robert Bosch GmbH aus Stuttgart, den Roboter, der die Be- und Entladung der Kassetten aus dem Abba/2-Turmsystem bewerkstelligt.

Komplementär zum IBM-Angebot

Mit der Vorstellung eines eigenen Kassetten-Archivsystems unterminiert die IBM nunmehr das Verträgsabkommen mit der Grau GmbH. Allerdings betont ein den Schwaben nahestehender Informant, daß die IBM in Kundenanschreiben darauf hinweist, das Grau-Konkurrenzprodukt könne komplementär zum IBM-Angebot angesehen werden. Grau-Geschäftsführer Reichert, darauf angesprochen, unterstreicht: "Diese Aussage der IBM gegenüber Kunden ist für uns sehr wichtig."

Die Absichtserklärung zwischen Grau und HDS sieht vor, daß die Japaner- das Abba-System in den USA über die Robert Bosch GmbH beziehen und vertreiben.

Über diesen Kanal soll auch der asiatische Markt bedient werden, mithin also praktisch eine weltweite Vermarktung sichergestellt sein. Die entsprechende Absichtserklärung steht nach den Worten von Hartmut Reichert kurz vor dem Vertragsabschluß.

Reichert erwähnte gegenüber der COMPUTERWOCHE auch, daß die Grau GmbH - "vor allem auch für VM-Anwender, die noch wenige Kassetten haben" - in der zweiten Jahreshälfte 1992 eine Einstiegsversion ihres Abba-Kassetten-Archivsystems vorstellen werde. Dieses Abba-E-Modell sei für 500 bis 3000 Kassetten geeignet.

Mit diesem Angebot tritt Grau in direkte Konkurrenz zu Storagetek: Die US-Amerikaner um CEO Ryal R. Poppa waren der IBM-3495-Ankündigung mit einer eigenen Vorstellung zuvorgekommen und hatten neben Erweiterungen ihres ACS-Systems auch die Kassettenmodelle "Timberwolf" und "Wolf creek" aus dem Ärmel geschüttelt, welche etwa 500 bis zu 1000 Kassetten verarbeiten können und in kleineren Rechenzentren plaziert werden sollen.