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20.12.2002 - 

Konsolidierung im Entwicklungsbereich geht weiter

Kauft Microsoft Borland?

MÜNCHEN (CW) - Seitdem IBM Anfang Dezember Rational Software für 2,1 Milliarden Dollar übernommen hat, brodelt die Gerüchteküche über weitere mögliche Deals innerhalb der Softwarebranche. Spekulationen zufolge ist Microsoft an dem Softwareentwicklungs-Spezialisten Borland interessiert.

Obwohl die Rational-Verantwortlichen nicht müde werden zu betonen, dass trotz der Übernahme durch IBM auch der auf Microsofts .NET zielende Zweig der Produktpalette weiter unterstützt und entwickelt wird, häufen sich Spekulationen darüber, dass Microsoft einen Ersatz für den abgewanderten Entwicklungspartner sucht. Experten gehen davon aus, dass die Rational-Produkte stärker in IBMs Java-basierende "Websphere"-Entwicklungsumgebung und das vor einem Jahr ins Leben gerufene "Eclipse"-Framework integriert werden.

Microsoft bietet mit "Visual Source Safe" zwar selbst auch ein Tool zum Lifecycle-Management für die Applikationsentwicklung an. Allerdings habe das Werkzeug laut dem Urteil von Branchenkennern Schwächen, wenn es um verteiltes Projekt-Management geht. Hier verließen sich die Microsoft-Verantwortlichen auf die ausgefeilteren Tools von Rational wie "Clear Case", "Rose" und die neue .NET-Version der Tool-Suite "XDE 2002".

Nach einem Bericht des britischen Nachrichtendienstes "Computerwire", der sich auf interne Quellen bei Borland beruft, gibt es bereits Gespräche über eine engere Beziehung mit Microsoft. Vor allem die Produkte des kürzlich von Borland übernommenen Unternehmens Togethersoft sollen die Redmonder interessieren. Das auf der Unified Modeling Language (UML) basierende Entwicklungs-Tool "Control Center" stellt mit seinen Design- und Code-Verwaltungswerkzeugen eine Alternative zu den Rational-Produkten dar.

Die beteiligten Unternehmen wollten sich bislang nicht zu den Gerüchten äußern. Aus dem Microsoft-Lager verlautet, es gebe Hunderte weitere Partner im Entwicklungssegment, mit denen man zusammenarbeite. Außerdem hätten sich IBM und Rational öffentlich dazu bekannt, die große Zahl von Kunden, die mit der Microsoft-Plattform arbeiten, weiterhin zu unterstützen, erläutert Walter Seemayer, Director .NET-Strategy & Developer Group. Microsoft freue sich, mit IBM einen weiteren Partner für die .NET-Technologie zu haben. Spekulationen, Microsoft könnte Borland übernehmen, quittiert Microsoft-Pressesprecher Thomas Baumgärtner mit einem lauten Lachen.

Insider vermuten jedoch, dass es hinter den Kulissen weniger fröhlich zugeht. So habe es in den vergangenen Monaten durchaus auch Gespräche zwischen Rational und Microsoft gegeben. Gestützt wird diese Vermutung durch einen Bericht der Rational-Verantwortlichen an die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Darin heißt es, die Verhandlungen mit IBM hätten Mitte Juli dieses Jahres begonnen. Anfang August habe sich dann ein anderer Interessent gemeldet, der in dem Bericht als "Company A" bezeichnet wird, um Interesse an Rational zu bekunden. Letztendlich hätten sich daraus jedoch keine weiteren Verhandlungen ergeben.

Wolfgang Bertol, Marketing-Manager bei Rational in Deutschland, will von solchen Verhandlungen mit Microsoft nichts wissen. Aus Analystensicht würde ein solcher Deal jedoch durchaus Sinn geben. Joshua Walker von Forrester empfielt Softwareanbietern, ihre Plattformen durch Zukauf von Entwicklungs-Tools stärker zu integrieren und damit zu stärken. In diesem Zusammenhang sei Borland ein interessanter Übernahmekandidat, so sein Fazit in einem Techranking vom November 2002. (ba)