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25.01.2002 - 

Schrumpfungsprozess setzt sich fort, Besserung nicht vor Ende 2002

Kaum Lichtblicke im globalen PC-Markt

MÜNCHEN (CW) - Zum zweiten Mal in seiner Geschichte ist der weltweite PC-Markt geschrumpft: Nach den Vorabergebnissen von Gartner Dataquest für 2001 ging der Verkauf nach Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurück. Auch das Europa-Geschäft zeigte sich rückläufig. So ergab das vorläufige Resümee der IDC-Kollegen für die vergangenen zwölf Monate ein Minus von 3,6 Prozent.

"2001 ist ein Jahr, das die angeschlagenen PC-Anbieter wohl am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würden", fasst das Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest seine Vorabergebnisse für die vergangenen zwölf Monate zusammen. So schrumpfte der PC-Markt 2001 weltweit um 4,6 Prozent auf 128 Millionen verkaufte Systeme.

Besonders hart getroffen hat es den US-amerikanischen Markt, der mit 44 Millionen Einheiten sogar einen Stückzahlenrückgang um 11,1 Prozent hinnehmen musste. Ähnlich schlecht erging es den Herstellern lediglich 1985, als der Absatz weltweit um 2,3 und in den Vereinigten Staaten um 21,8 Prozent einknickte.

"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die zunehmende Marktsättigung drücken weiterhin auf das Wachstum", erklärt Charles Mulders, Vice President der Computing-Platform-Group bei Gartner. Darüber hinaus erlaube der Leistungsüberschuss der PC-Plattform Aufschub in Sachen Upgrades.

Den aktuellen Ergebnissen zufolge haben sich große Unternehmen auch im letzten Quartal 2001 das Desktop-Shopping weitgehend verkniffen. "Dafür lief es im Consumer-Markt etwas besser als erwartet", so Mulders.

Während die führenden Anbieter laut Gartner im Jahr 2001 mit zweistelligen Verlusten zu kämpfen hatten, gelang es Direktanbieter Dell mit weltweit 16,9 Millionen ausgelieferten PCs, seinen Marktanteil mit einem Wachstum um 18,3 Prozent (14,36 Millionen Rechner) von 10,7 auf 13,3 Prozent zu erweitern. Damit schubsten die Texaner PC-König Compaq vom Thron, der mit 14,25 Millionen um 17,2 Prozent weniger Rechner als im Vorjahr verkaufte und auch beim Marktanteil von 12,8 auf 11,1 Prozent zurückfiel. Weltweit Rang drei belegt Hewlett-Packard (HP) mit 9,18 Millionen Einheiten (minus 10,3 Prozent) und 7,2 Prozent Marktanteil, gefolgt von IBM, das mit 8,25 Millionen PCs (minus 11,4 Prozent) und 6,4 Prozent Marktanteil Platz vier erreichte. Das Schlusslicht in Dataquests Top-Fünf-Liga stellt NEC mit 4,92 Millionen Rechnern (minus 15,4 Prozent) und einem Marktanteil von 3,8 Prozent dar.

Bei allem momentanen Zweckoptimismus in der PC-Industrie gebe es bislang noch keine eindeutigen Anzeichen für eine unmittelbare Erholung des Markts, warnt Mulders. Mit spürbaren Wachtumsschüben rechnet Gartner frühestens ab dem vierten Quartal 2002 - vorausgesetzt, die Wirtschaft erfährt in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich einen Aufschwung.

Für den PC-Markt in der Region Emea im vierten Quartal 2001 hat IDC einen Rückgang der ausgelieferten Stückzahlen um 5,1 Prozent ermittelt. Im Gesamtjahr schrumpfte der Markt gegenüber 2000 um 3,6 Prozent. Vor allem Unternehmenskunden hätten sich in Zurückhaltung geübt, während die rege Nachfrage von kleinen und mittleren Firmen einer weiteren Absatzerosion entgegenwirkte. Der Markteinführung von Windows XP zum Trotz legten auch die Endverbraucher, deren Anschaffungsfokus in erster Linie auf Notebooks oder digitalen Multimedia-Produkten lag, ein zögerliches Kaufverhalten an den Tag.

In der Liste der führenden Hersteller in der Region Emea (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) besetzt nach wie vor Compaq den ersten Platz. Der Capellas-Konzern verkaufte mit 5,45 Millionen Rechnern jedoch 4,9 Prozent weniger Systeme als im Vorjahr und büßte damit 0,2 Prozent Marktanteil ein (15,1 Prozent). Dell hingegen erzielte ein Wachstum von 15,3 Prozent auf 3,66 Millionen verkaufte PCs und steigerte damit seinen Marktanteil von 8,5 auf 10,1 Prozent. Auch HP legte mit einem Plus von 12,7 Prozent auf 3,14 Millionen Einheiten zu und erweiterte seinen Marktanteil von 7,4 auf 8,7 Prozent. Rang vier erreicht Fujitsu-Siemens, das von 9,3 auf 8,4 Prozent Marktanteil zurückfiel, gefolgt von IBM mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Insgesamt schrumpfte der Absatz in der Emea-Region laut IDC von 37,5 (2000) auf 36,16 Millionen Systeme. (kf/tc)

Abb.1: Weltweiter PC-Markt

Allein Branchenprimus Dell konnte 2001 bei den Stückzahlen zulegen. Quelle: Gartner Dataquest

Abb.2: Europas PC-Markt 2001

Emea-Marktführer in Sachen Stückzahlen beibt Compaq. Quelle: IDC