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Memorex und StorageTek haben an 3380-Dünnfilmtechnologie zu knabbern:

Kaum noch Platten-Alternativen für IBM User

19.10.1984

MÜNCHEN (bi) - Nachdem die Control Data Corporation (CDC) ganz aus dem Kampf um vermeintlich zu geringe Anteile am 3380-Plattenmarkt ausgeschieden ist, sorgt erneut Storage Technology, Louisville, für Krisenstimmung im Lager der Steckerkompatiblen. Verluste von 20 Millionen Dollar. Entlassungen von zehn Prozent der Mannschaft, 1500 Mitarbeitern weltweit, signalisieren "Feuer am Dach". Auch die Burroughs-Tochter Memorex hatte ihre mindestens zwei Wochen stillstehenden Produktionsbänder für ihr 3380-Äquivalent, die 3680 in Dünnfilmtechnologie, nicht verheimlichen können. Nun laufen sie wieder, ist aus der Frankfurter Dependance zu hören.

Hintergrund der für die Anwender eher unerfreulichen Momentaufnahme (siehe auch Kolumne, Seite 9), die die PCM-Anbieter auf dem absteigenden, IBM aber - mit Siemens und Honeywell im Schlepptau - auf dem aufsteigenden Ast zeigt, ist Marktbeobachtern zufolge "rabiates" Vorgehen des Marktführers in der Preispolitik, aber auch ein von den Konkurrenten anerkannter Vorsprung im fertigungstechnischen Bereich.

Hier aufgeholt zu haben, versuchen nun STC und Memorex gleichermaßen ihrem Kundenstamm glaubhaft zu machen. Schwer tut sich zur Zeit besonders Memorex, in der Bundesrepublik 3380-Referenzkunden zu benennen; auch ein süddeutscher Automobilhersteller mochte sich zu "dem schwebenden Verfahren" nicht äußern. Immerhin 45 Laufwerke sollen bereits mehr oder weniger zu Testzwecken, je nach Vertrag, im Markt sein.

Zurückhaltend äußern sich amerikanische Analysten einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge zu den "überraschend zu Tage getretenen Mißerfolgen" des dritten STC-Quartals. "Sie hatten dieses Jahr einfach die Hölle - was schiefgehen konnte, das ist schiefgegangen", zitiert das Blatt den Marktforscher Thomas J. Crotty von der Gartner Group. Andere konzedieren dem Unternehmen "eine große, harte Schlacht, vergleichbar mit der Besteigung des Mount Everest", so Stephen T. McCellan, Salomon Brothers, und geben den Peripherie-Spezialisten durchaus noch die Chance "das Blatt wenden zu können". Die Banken, zehn an der Zahl, angeführt von der Citibank, werden dabei laut Financial Times ein gewichtiges Wort mitzureden haben.

Ausweichmöglichkeiten für Liebhaber von Mixed-Hardware existieren auch über STC und Memorex hinaus: In der Bundesrepublik bieten BASF und NAS Laufwerke japanischer Provenienz an. Hitachi halt sich mit herkömmlicher Ferritkopftechnologie noch durch Zuverlässigkeit im Markt. Gefahr wittern aber auch diese Plattenlieferanten, die mit der neuen Dünnfilmtechnologie bisher nur im Labor, nicht aber am Markt experimentiert haben. Leasing-Verträge könnten zwar allzu plötzliche Verminderungen der Marktanteile noch verhindern, BASF zum Beispiel "liegt aber auch gar nichts daran, daß irgendeiner der Konkurrenten aus dem 3380-Geschäft aussteigt, denn das ist immer zum Schaden der gesamten PCM-Branche".

Die verkappten Original-IBM-Platten, die neuerdings nicht mehr nur von Siemens an den Kunden gebracht werden, sondern auch von Honeywell, garantieren zur Zeit problemlose Kompatibilität, könnten aber auf lange Sicht, so Kenner der IBM-Strategie, zu einem völligen Monopol des Marktführers im Sektor der 3380-Peripherie führen. Der Marktanteil wird derzeit auf zirka 90 Prozent geschätzt.