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30.07.1993

Kautt & Bux verbindet Outsourcing mit Client-Server-Einfuehrung EDS uebernimmt Service fuer Automobil-Zulieferer

MUENCHEN (hv) - In der Automobilzuliefer-Industrie zeichnet sich nach Beobachtungen von Marktforschern ein wahrer Outsourcing-Boom ab. Juengstes Beispiel ist die Stuttgarter Kautt & Bux GmbH, Europas groesster Hersteller von Kommutatoren und Geraeteschaltern. Die Mittelstaendler haben sich mit Hilfe ihres Dienstleisters komplett aus der IBM-Grossrechner-Welt verabschiedet.

"In unserer Unternehmensstrategie ist die Dezentralisierung festgeschrieben", erklaert Guenther Monjau, Mitglied der Geschaeftsleitung bei Kautt & Bux. "Wir muessen diese auch in der Informatik nachbilden." Konsequent schafft das Unternehmen derzeit seine zentrale IBM-Mainframe-Datenverarbeitung ab und fuehrt eine PC- und Workstation-basierte Client-Server-Architektur ein.

Da sich der Hersteller von Elektronikbauteilen und Schaltern alleine nicht in der Lage sah, ein solches Grossprojekt zu realisieren, sicherte er sich die Hilfe der Idee GmbH, Ludwigsburg, einer hundertprozentigen Tochter der Ruesselsheimer EDS-Gruppe.

Der Dienstleister uebernimmt waehrend der Umstellungsphase den RZ- Betrieb sowie das Projekt-Management fuer die Erneuerung der gesamten DV-Landschaft. Im Rahmen eines Outsourcing-Vertrages, der zunaechst fuer zehn Jahre gueltig ist, betreut die EDS-Tochter dann auch das gesamte DV-Equipment des Automobilzulieferers einschliesslich der Anwendungsentwicklung.

Vertraege dieser Art duerften sich nach Ansicht von Marktkennern in naechster Zeit haeufen. "In der Automobilbranche hat eine Art Quetschphilosophie Einzug gehalten", beobachtet Wilfried Hattge, Outsourcing-Spezialist und Geschaeftsfuehrer der Mannheimer Management Beratung Informatik (MBI) GmbH. Die Zulieferer stuenden dermassen unter Druck, dass sie jedes Einsparungspotential wahrnehmen muessten. Die Fremdvergabe sei laengst keine Ausnahme mehr.

Trotzdem gilt der von Kautt & Bux gewaehlte Weg in der DV-Branche als ungewoehnlich radikal. "Saemtliche Anwendungen werden in Zukunft ausnahmslos Client-Server-orientiert betrieben", betont Heinz-Joerg Goebert, der zustaendige Account-Manager bei EDS. Ein zentrales Rechenzentrum gibt es nicht mehr, die beiden IBM-Mainframes Modell 9121 und 4381, die fuer kommerzielle und technische Datenverarbeitung genutzt wurden, sind bereits vom Dienstleister uebernommen und verkauft beziehungsweise eingemottet worden.

PPS-Software noch

auf dem IBM-Mainframe

Die wenigen Anwendungen, die noch Mainframe-basiert sind, darunter die PPS-Software Copics von der IBM, laufen fuer einen befristeten Zeitraum im Ludwigsburger Rechenzentrum des Dienstleisters. Andere Grossrechnerprogramme, darunter die vorhandene EDA-Software sowie IBMs CAD-Programm Catia, wurden im Rahmen von Downsizing-Massnahmen bereits abgeloest beziehungsweise durch die entsprechende Workstation-Loesung ersetzt.

Eine zentrale Rolle im DV-Konzept von Kautt & Bux spielt die Client-Server-faehige Standardsoftware R/3 von der Walldorfer SAP AG. Sie kommt schon heute ueberwiegend in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Materialwirtschaft, Personalabrechnung und Vertriebsabwicklung zum Einsatz. Mit den Komponenten fuer die Produktionssteuerung, die IBMs Copics abloesen sollen, rechnet Kautt & Bux bis spaetestens Mitte naechsten Jahres.

Der Zeitdruck, meint Finanzchef Monjau, sei das groesste Problem. Da aber ein PPS-System vorhanden sei, koenne sein Unternehmen hier bis zum naechsten Jahr warten. EDS-Manager Goebert ist sicher, fristgerecht auf die fuer den Zulieferer relevanten Fertigungskomponenten von SAP zugreifen zu koennen.

Kritiker argwoehnen indes, EDS habe sich bezueglich der Realisierungsfristen uebernommen. Die General-Motors-Tochter garantiere mit der R/3-Software die Verfuegbarkeit von Produkten, die zum versprochenen Lieferzeitpunkt kaum fertiggestellt sein duerften, lautet ein Vorwurf.