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28.08.1981

Keimzelle des Büros der Zukunft

Der Markt für Textverarbeitung hat sich in den vergangenen Jahren nicht so entwickelt, wie es die Anbieter erwartet hatten. Man ist in den Startlöchern sitzengeblieben.

Trost kommt weder von Hochrechnungen noch von der Statistik, so simpel diese auch immer aussehen mag - nach dem Motto. Doppelt gezählt, hält besser.

Impulse erhofften sich die "Texter" von der Datenverarbeitung: Bürosysteme - so das Marketing-Drehbuch - sollten Computerfähigkeiten erhalten und im trauten Verbund miteinander arbeiten. Daß DV und TV als erste zueinanderfinden werden, glauben die Hersteller und die meisten Berater. "Büro der Zukunft" heißt das goldene Kalb, um das alle tanzen.

Doch wie soll dieses Miteinander, Nebeneinander, Untereinander von Rechner, Textstation, Fernkopierer, Telefon und Datenbank funktionieren? Vor allem: Um welches dieser Einzelsysteme herum wird das "Büro-Equipment von morgen" zu einer multifunktionalen Kommunikationsmaschine zusammenwachsen, die jeder Sachbearbeiter bedienen kann? Und wer schafft "Gateways", Verträglichkeitsbrücken, die jeden Bildschirm-Arbeitsplatz mit jedem anderen verbinden?

Ginge es nach den Endgeräte-Produzenten könnte der Anwender sofort loslegen. Dabei wird schamhaft verschwiegen, daß man sich über die meisten "Verkehrsfragen" noch nicht einig, ja oft nicht einmal gewillt ist, miteinander über "Interkommunikations-Standards" zu verhandeln: Was dem einen (lBM) sein SNA, ist dem anderen (Xerox) sein Ethernet. Gefragt wird nur nach den stärksten Bataillonen. Nationale und internationale. Normungsgremien, um Gemeinsamkeiten bemüht, kommen dagegen nicht an.

Aus Benutzersicht stellt sich der Bürokommunikations-Markt heute nicht als Miteinander, sondern als heilloses Durcheinander dar: Die Anwender müssen sich noch für viel Geld mit Apparaten herumquälen, die keine echten kommunikationsfähigen Endgeräte sind.

Das kann im Einzelfall bedeuten: Wenn sich ein Teilnehmer aus DÜ-technischen Gründen vorzeitig verabschieden muß, dann wird die Netzwartung zur Glückssache. Kurz: Alles ist halbgar. Und es sieht so aus, als ob die Diskussion um den "richtigen" Ansatz endlos fortgesetzt wird: Das "Büro der Zukunft" - ein Dauer-Langweiler?

Ganz so pessimistisch braucht man nicht zu sein. Immerhin wird von den meisten DV-Herstellern erkannt, daß die Textverarbeitung die wichtigste Ausgangsbasis für das integrierte Büro von morgen ist.

Das seit Jahren angekündigte Konzept für eine Integration von Textverarbeitung und Datenverarbeitung gibt es zwar immer noch nicht, aber jetzt rappelt's in der Kiste.

Vier Ankündigungen der letzten Monate markieren den Trend:

- Den Anfang machte im Mai 1981 Kopierer-Krösus Xerox mit seinem Informationssystem "Star".

- Im Juli kündigte Hewlett-Packard Text-Software für das Small-Business-System "HP250" an.

- Kürzlich brachte IBM den "/23 Datamaster" als DV-TV-Kombi auf den Markt.

- Jetzt verfügt auch der Honeywell-Bull-Mini Level 6 über Textverarbeitungsfähigkeiten (vgl. Seite 1).

Hier haben wir die Keimzelle für den Bürokommunikations-Markt. Am deutlichsten wird dies bei Xerox und IBM sichtbar. Bei wem denn sonst?