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21.04.1978 - 

Taschenrechner im Unterricht:

Kein Ersatz für graue Zellen

MÜNCHEN (pi) - Zu der umstrittenen Frage der Taschenrechner im Unterricht hat die "Gesellschaft für Didaktik der Mathematik" die folgenden Empfehlungen veröffentlicht:

Taschenrechner sollen künftig anstelle von Rechenschieber und Logarithmentafeln im Unterricht verwendet werden. Ab dem siebten Schuljahr sollen Taschenrechner im Unterricht, in Klassenarbeiten und in Prüfungen zugelassen werden.

Die Verbreitung von Taschenrechnern muß auch in ihren möglichen unterrichtsmethodischen Auswirkungen durchdacht werden. Keinesfalls wird dem Schüler in den ersten Schuljahren die Aneignung der grundlegenden Rechenoperationen vom Taschenrechner abgenommen.

Für die Erarbeitung weiterführender mathematischer Themen kann jedoch ein einfacher Rechner hilfreich sein: Er ermöglicht experimentelle Schüleraktivitäten und liefert für zahlreiche Begriffsbildungen eine konkrete numerische Ausgangsbasis. Anwendungsaufgaben können wirklichkeitsnäher behandelt werden. Der Gefahr einer Abhängigkeit des Schülers vom Taschenrechner ist durch verstärktes Kopf- und Überschlagsrechnen sowie durch Aufzeigen der Grenzen des Taschenrechners entgegenzuwirken.

Im Rahmen der bestehenden Lehreraus- und -fortbildung sind die genannten Aspekte des Taschenrechner-Einsatzes zu berücksichtigen. Der Mathematiklehrer sollte Grundkenntnisse über die Funktionsweise der Rechner besitzen und darüber hinaus Möglichkeiten kennen, um seinen Schülern einen verständigen und kritischen Umgang mit dem Taschenrechner zu erschließen. Von den Fähigkeiten der Lehrer wird es wesentlich abhängen ob Fehlentwicklungen verhindert und positive Möglichkeiten des Taschenrechners für den Unterricht entwickelt werden .

Eine wesentliche Aufgabe langfristiger fachdidaktischer Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird es sein, Formen und Konsequenzen des Einsatzes von Taschenrechnern für mathematische Lernprozesse auf allen Stufen zu untersuchen. Hierfür sind insbesondere geeignete Arbeitsmaterialien zu entwickeln und zu erproben. Erst nach Vorliegen gesicherter Erfahrungen sollte eine etwaige Änderung von Stoffplänen oder Richtlinien erfolgen.