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24.09.2004 - 

IT made in Germany/Kommentar

Kein Grund zum Jammern

Hermann Gfaller

Zu Beginn der industriellen Revolution haben die Briten das "Made in Germany" erfunden, um damit minderwertige Produktkopien aus Deutschland zu brandmarken. Dank strenger Normen verwandelte sich das Stigma zu einem weltweiten Qualitätssiegel. In vielen Bereichen gilt das bis heute, nicht jedoch in der Informationstechnik.

In Sachen Hardware und systemnahe Software zählt fast ausschließlich Made in USA - auch wenn die Produkte häufig von fernöstlichen Auftragsfertigern und indischen Programmierern stammen.

Im globalen Wettbewerb spiegeln die klassischen Messgrößen die Realität nur unzureichend wider. Sie übersehen, dass ein in die USA verkaufter Audi A8 nicht als IT-Export gezählt wird, auch wenn er mehr Computertechnik enthält als ein durchschnittlicher PC.

Wichtiger als der Handel mit IT-Produkten ist jedoch der kluge Umgang damit. Dass Deutschland Exportweltmeister ist, hängt auch damit zusammen, dass nirgendwo die IT-Durchdringung der Firmen höher ist als hier. Im Zentrum dieses Erfolges stehen die durch betriebswirtschaftliche Anwendungen optimierten Prozesse. Hier stellt die heimische Wirtschaft mit SAP den Branchenprimus und braucht sich auch mit den vielen mittelständischen Programmpaketen nicht verstecken. Im Gegenteil: Es ist ein Gütezeichen, wenn sich ausländische Investoren wie Microsoft und Agilisys sich um deutsche und europäische Softwarefirmen reißen.

Wie zu Beginn der Industrialisierung kann es durchaus gelingen, den Nachteil in bestimmten Basistechniken in einen Vorteil umzukehren. Es geht darum eine neue Wertschöpfungsstufe zu erklimmen. Vorboten sind hier, dass deutsche Handys in den USA durchaus mithalten können und dass es T-Mobile dort als erstem Dienstleister gelungen ist, ein einheitliches Mobilfunknetz zu schaffen. Also doch wieder das Qualitätssiegel Made in Germany.