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19.09.2003 - 

Die Zahl der freien Stellen sinkt um knapp 50 Prozent

Kein Lebenszeichen vom Arbeitsmarkt

MÜNCHEN (hk) - In den ersten acht Monaten 2003 sank die Zahl der ausgeschriebenen IT-Stellen um knapp 50 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auffallend gering ist das Interesse an Netzprofis, und besonders wenig stellen die Finanzdienstleister ein.

Laut Analyse von Adecco erschienen in den ersten acht Monaten dieses Jahres 9804 IT-Stellenangebote in den untersuchten 40 Tageszeitungen und der CW, im Jahr zuvor waren es 18182 Offerten. Etwas positiver fällt die Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte aus. Hier gingen die freien Positionen um 39 Prozent auf 77595 zurück. Betrachtet man den Rückgang der IT-Stellen in den verschiedenen Branchen, so fällt auf, dass vor allem die Finanzdienstleister das Interesse an Computerfachleuten verloren haben. Sie wenden sich verstärkt den Trendthemen Outsourcing und Offshore-Programmierung zu - mit der Ergebnis, dass die Zahl der offenen IT-Stellen um 67 Prozent auf 278 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist.

Einen Rückgang von rund 50 Prozent verzeichnen jeweils die Telekommunikationsindustrie, die Elektrotechnikbranche und die Software- und Beratungshäuser, wobei sich letztere nach wie vor auf hohem Niveau gegenüber den Anwenderbranchen bewegen. Auf die IT-Dienstleister entfallen 2057 Stellen, was einem Anteil von 21 Prozent aller angebotenen IT-Jobs entspricht. Einziger "Lichtblick" ist die Maschinenbaubranche. Hier beträgt der Rückgang "nur" 25 Prozent auf 936 ausgeschriebene Stellen, im öffentlichen Dienst und bei den Fahrzeugbauern sind es rund 40 Prozent weniger.

Manche Berufe sind besonders stark betroffen. So gingen laut Adecco die freien Stellen für Netz- und Internet-Experten um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Bei Datenbank- und Systemspezialisten sowie im Vertrieb macht der Rückgang 55 Prozent aus und bei den Programmierern knapp über 50 Prozent. Am besten steht es noch für die CAD/CAM-Profis, hier liegt das Minus bei 35 Prozent.

Wer in der IT-Branche Fuß fassen will, hat zurzeit noch am ehesten Chancen in Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der ausgeschriebenen Jobs beträgt 1815, was einem Rückgang von rund 50 Prozent entspricht. Stärker ist der Einbruch in Bayern. Der Freistaat leidet besonders unter der Krise der IT-Industrie. Im einstigen Hightech-Musterland schrieben die Firmen nur noch 1287 Computerstellen aus (Vorjahr 2455).