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23.10.1987 - 

Auswirkungen neuer Technologien auf die Anforderungsprofile und Führung der Angestellten:

Kein Lustwandeln im Garten EdenMehr und mehr beginnen Planer automatisierter Fabriken zu begreifen, daß man Apparate und deren Steuerungen nicht immer nur verfeinern und ihre Leistung ständig erhöhen kann, ohne darüber nachzudenken, welche Rolle der Mensc

l bei der Gestaltung seiner Arbeitswelt mitreden, an ihrer Verbesserung beteiligt sein.

In den VW-Zirkeln wird hierarchiefrei über die Gestaltung der Arbeitsabläufe und Arbeitsplätze diskutiert, werden entsprechende Vorschläge zur Verbesserung gemacht. Wenn die Manager im Rahmen dieser Zirkel und natürlich des betrieblichen Vorschlagwesens auf die Menschen hören, ihre Kreativität wecken und ihre Erfahrungen beachten, wenden wir feststellen, daß die Arbeitsabläufe reibungsloser, die Investitionen sozial vernünftiger und ökonomisch günstiger werden.

Ich möchte zusammenfassen. Erstens: Die Arbeitswelt von morgen wird durch die hohe Technologie bestimmt, wie sie zum Beispiel bei uns in der Halle 54 vorgezeichnet ist und weiterentwickelt wird.

Zweitens: Inwieweit wir diese Technologie bewältigen, ökonomisch und sozial, hängt von der Entwicklung der Humanressourcen im Unternehmen ab. Dies bedeutet, die generelle Qualifikation muß erhöht, die fachspezifische verstärkt, die Identifikation der Belegschaft mit dem Produkt, der Arbeit und dem Unternehmen durch ihre Einbeziehung in die Gestaltung

der Organisation, der Abläufe und der Arbeitsplätze gekräftigt werden.

Drittens: Da die Arbeitskosten im Vergleich zur asiatischen Konkurrenz hoch sind und auf lange Zeit bleiben, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um das Sachkapital optimal zu nutzen - also die Kapitalproduktivität zu erhöhen. Wir haben einmal den Satz geprägt: Menschen müssen Pause machen, Maschinen muß man ausbeuten.

Viertens: Die Politik der sozialen Verantwortung in wirtschaftlicher Vernunft als oberster Grundsatz der Unternehmensphilosophie ist fortzusetzen; dies ist nur in einer Kooperation und unter einem die Existenz des Unternehmens sichernden Generalkonsens aller Beteiligten möglich.

*Karl Heinz Briam ist Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG, Wolfsburg.