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Hersteller verweigern Alternativen


19.06.1998 - 

Kein PC ohne Windows 95

Unter vorgetäuschtem Kaufinteresse fragte das Büro des Konsumentenanwalts bei den zwölf wichtigsten Anbietern von Marken-PCs nach, ob Rechner auch mit einem anderen Betriebssystem als Windows 95 erworben werden könnten. Alle bezeichneten das Microsoft-Produkt als Teil ihrer PCs und verweigerten die Installation von vorgeschlagenen Alternativen wie OS/2, Linux, Free BSD oder Be OS.

Der mit der Erhebung beauftragte Mitarbeiter wollte daraufhin wissen, ob er einen Computer ohne Betriebssystem kaufen oder das Microsoft-Produkt gegen Kostenerstattung zurückgeben könne. Beide Fragen beantworteten die jeweiligen Verkäufer abschlägig. Ralph Nader beschuldigte Microsoft in einem offenen Brief an den Staatsanwalt Joel Klein, daß es seine Marktmacht nutze, um Hardware-Anbieter von der Installation anderer Systeme abzubringen.

Eine besonders schlechte Figur machte bei der Umfrage die IBM. Der Anbieter des Windows-Konkurrenten OS/2 verweigerte die Installation des hauseigenen Systems. Statt dessen sollte der Kunde OS/2 extra zu einem Aufpreis von 199 Dollar erwerben und selbst einrichten. Eine Sprecherin des Unternehmens rechtfertigte das Verhalten damit, daß das Business-System auf einem Rechner für Privatanwender fehl am Platz sei.

Nader schlug IBM-Boß Gerstner vor, dem Vorbild von Netscape zu folgen und den Quellcode von OS/2 freizugeben. Big Blue, das sich im Unterschied zu anderen Softwarehäusern auch bei der Unterstützung von Linux unflexibel zeigte, wies dieses Ansinnen zurück, weil OS/2 teuer zu entwickeln gewesen sei und daher weiterhin verkauft werden solle.