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11.02.1977 - 

Das Thema "Programmierhilfen und Generatoren" beschäftigt die Software-Branche

Kein Platz für Software Tools?

Das Fehlen von Alternativen und Zukunftsperspektiven in den bisher veröffentlichten Stellungnahmen zu diesem Thema und der Rückzieher von Herrn G. Ham fordern uns zu einer Stellungnahme heraus.

Wir Softwarehäuser profitieren von der Softwarekrise, in der die Anwender stecken. Die vielen Kombinationsmöglichkeiten, die sich aus nur wenigen Methodenbausteinen und Datenstrukturen ergeben, sichern uns immer neue Aufträge zur Erstellung spezieller Anwenderprogramme zu.

Bei einem Umsatzanteil von nur 20 Prozent muß Standardsoftware zwangsläufig so entwickelt werden, daß dieser Auftragsbestand nicht gefährdet wird. Da eignen sich die Softwaretools hervorragend, weil sie ohnehin für die eigenen Programmierer gebraucht werden und branchenunabhängig und ohne zusätzliche Beratung von Fachabteilungen verkauft werden können. Wir erleben einen Boom im Ausbau der Sackgasse, die uns die Krise erhält und unser Marktpotential um kein einziges Programm schmälert.

Erfolgreich wird von der Kernfrage abgelenkt, mit welchen Konzepten und Methoden es möglich ist, die Anzahl der notwendigen Programme und Programmänderungen zu reduzieren. Da hätte sich doch schon fast herausgestellt, daß umgekehrt der ET-Generator keine Alternative zur Matritzenmethode darstellt. Aber im Kreuzfeuer spitzer und flotter Feder sind die Abweichler rechtzeitig verstummt oder weich geworden. Welcher "Mumienschanz" wird hier getrieben! Die von Herrn Kellerbach in der CW 40/1976 beschriebene Matrizenmethode wird nämlich noch in der 3. Softwaregeneration Bestand haben, da sich der Inhalt der Bedingungsmatrix durch das Einspielen von Parameterkarten, durch den Aufruf ausgewählter Matrizen aus einer Methodenbank und/oder durch das Einbinden in eine Steuersprache (Formulierung der gewünschten Programmlogik) den aktuellen Anforderungen anpassen läßt. Und zwar ohne Programmierer, ohne Programmänderung und Änderung der Programmdokumentation, ohne Generierungslauf und Neucompilierung.

Softwaretools sind Krücken, auf die wir uns stützen können, bis diese Funktionsstandards von den Compilern übernommen werden.

Auf den Rolltreppen der Zukunft wird dafür kein Platz sein. Die bestehen nämlich aus virtuellen Maschinen und nicht aus Werkzeugen.

- Dieter Stein ist Geschäftsführer der Stein Software GmbH, Nieder-Rhoden