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07.10.1977 - 

Kongreß für Textverarbeitung in Köln:

Kein Rückschritt zu den Sehreibsaalmönchen

KÖLN - Die technologisten Aspekte der Textverarbeitung kamen beim Kongreß für Textverarbeitung, der vom 3. bis 5. Oktober in Köln stattfand, zu kurz: Das Hauptthema "Rationalisierung und Humanisierung im Büro durch organisierte Textverarbeitung" förderte vor allem Auseinandersetzungen über die Probleme der "unterqualifizierten" Frau im Berufsleben. Bereits in seiner Begrüßungsrede hatte AWV-Präsident Josef Fuchs erklärt, "Rationalisierung der Textverarbeitung bedeute mit allein Einsatz moderner Maschinen und Automaten - so wichtig diese technischen Sachmittel auch sein mögen".

Fuchs ließ aber keinen Zweifel daran, daß die deutsche Wirtschaft zur Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in den nationalen und internationalen Bereichen auf den permanenten technologischen Wandel nicht verzichten kann. Nach Ansicht des AWV ist aber die Rationalisierung kein technokratischer oder ökonomischer Prozeß allein, sondern eine Zielsetzung, die alle relevanten Aspekte neben den technischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten berücksichtigen muß.

In einer programmatischen Eingangsrede hat Ministerialrat Dr. Manfred Lepper vom Bonner Innenministerium postuliert: "Die Forderung nach Humanisierung der Arbeit ist ein so hohes Anliegen, daß es nicht als wohlklingendes Beiwerk intellektueller Schöngeisterei noch als Munition für Kampfestaktiken verbraucht werden darf." Bei der Begriffsfindung für menschengerechte Arbeitsgestaltung reiht Lepper den technologischen Aspekt an erste Stelle. Er stellte aber heraus, daß das Vertrauen in den technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt ganz offensichtlich einer Verunsicherung gewichen sei. Für Lepper kann kein Zweifel daran bestehen, daß die Forderung nach Humanisierung auf die Forderung nach größerer Rentabilität, nach Kostensenkung, stößt. Die Devise "Lieber ein schlechter Arbeitsplatz und kein fünfbeiniger Bürostuhl, als arbeitslos zu sein", verdunkle die Problemlage. "Verbesserung der Organisation ist niemals als solche inhuman", ruft Lepper, und er betont, "gesamtwirtschaftlich wird nichts dadurch erreicht, daß ich im Dienstleistungsbereich etwa die EDV durch Arbeitslose, Kopiergeräte durch zusätzliche Schreibkräfte ersetze Strukturelle Arbeitslosigkeit beseitige ich nur durch erhöhte Produktion durch Umschichtungen und Wachstum und nicht durch den Rückschritt, hin zu den Mönchen im Schreibsaal."