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Keine Ausrede mehr

29.01.1988

Erfolgreiche Unternehmen setzen die Informationstechnik als Waffe ein, um vorn zu bleiben. Für schlecht geführte Unternehmen - die Diebold-Marktforscher ziehen auch den selbstverständlichen Umkehrschluß - kann der Schuß leicht nach hinten losgehen (siehe auch Seite 1). Aber selbst für High-Tech-Musterfirmen gilt: Je ausgefeilter die lnformationstechnik, je schneller die Informationen fließen, je vollständiger die Information, desto sicherer kommt es zu einem Informations-Patt, entsteht letztlich "Nullinformation". Man kann es auch drastischer sagen: Nach abgewandeltem Parkinson (Meta-Meta-Meta-ad-infinitum-Information) ersticken wir an unserem eigenen Informations-Müll (Garbage in, Garbage out) - Recycling zwecklos.

Und doch ist er allgegenwärtig, in Seminar-Proceedings, Werbe-Broschüren und Informatik-Dissertationen: der vielzitierte Wettbewerbsvorsprung durch Informationstechnik. Jetzt wollen die 1-2-3-Zähler nicht Ruhe geben, bis der "Informations-Manager" in den Vorstand aufgerückt ist. Die Ratschläge zur Erhöhung der Unternehmens-Fitness nehmen dabei einen breiten Raum ein: Sie ist ja für progressive Informatiker das Kernproblem - jener Assemblerverliebten, batchkonservativen "alten DV-Hasen" wegen, die es angeblich nicht verwinden können, daß sie die DV-Technik, in der sie doch fit sind (Bits und Bytes!), nicht überbewerten sollen. Vor allem aber, weil in den meisten DV-Abteilungen mehr über den sicheren RZ-Betrieb und günstige Antwortzeiten diskutiert wird als über die Frage, wie man das Topmanagement Info-strategisch beraten kann.

Die Diebold-Aussage dürfte denn auch in der DV-Berater-Szene heftige Diskussionen auslösen. Dabei sprechen die Frankfurter eine Binsenwahrheit gelassen aus: Computerisierung ist ja nicht das Ziel -im Mittelpunkt steht der kreative, zur Improvisation fähige und entscheidungsfreudige Mensch. Informationstechnik ist wichtig, aber letztlich doch nur ein Werkzeug. Daß ihr heute eine höhere Bedeutung beigemessen wird als früher, ist unstrittig.

Zugegeben: Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase, in einer Zeit der Verunsicherung auch, was die Rolle der für Informationsverarbeitung (IV) Verantwortlichen betrifft. Es ist jedoch abzusehen, wie die Dinge geordnet sein werden, wenn sich der Pulverdampf erst einmal verzogen hat: Es kommt nach wie vor auf das Spezialisten-Know-how in der Informations- und Kommunikationstechnik an, auf die Fähigkeit, Systemkomplexität zu bändigen, gepaart mit dem Wissen um Unternehmenszusammenhänge und Markte - auch dies für ausgeschlafene Datenverarbeiter eine Selbstverständlichkeit.

Da bleibt kein Platz für freischwebende "IV-Futurologen", wie sie neuerdings propagiert werden ("lnformations-Manager"). An ähnlichem Wunschdenken ist Ende der 60er Jahre bereits das Operations-Research-Programm gescheitert; den MIS-Astrologen ging es Anfang der 70er Jahre nicht anders. Auch damals gab es allerdings clevere Berater, die aus einem Modetrend Kapital schlagen wollten.

"Informationsmanagement" an sich - w i e die Macher entscheiden - wäre ein ganz anderes Thema. Leider werden hier die Begriffe gerne unzulässig vermengt (falsch: Informations-Manager, richtig: Informatik- oder Informationstechnik-Manager). Das Topmanagement braucht generell

I n f o r m a t i o n, für die Informations-T e c h n i k gibt es Spezialisten.