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03.03.2016 - 

Der CP-Querschläger - Kolumne

Keine Computermesse mehr in Hannover

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Mitte März ist CeBIT-Zeit, da präsentiert sich Hannover zweitklassig: Das Wetter ist schmuddelig, der Himmel grau und die Messe auch nicht mehr das, was sie einmal war.
Edward Snowden in einer Live-Video-Schaltung auf der CeBIT 2015.
Edward Snowden in einer Live-Video-Schaltung auf der CeBIT 2015.
Foto: (c) spring Messe Management GmbH / Jack Tillmanns.

Aus der beliebten und größten Computermesse der Welt soll die größte Lobby-Veranstaltung für Cloud-Technologie und Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft werden. So ungefähr äußerte sich CeBIT-Chef Oliver Frese.

Dabei zeigt es sich, dass die Erfahrungsresistenz in Hannover gut mit der in München zu vergleichen ist. Auch da haben ein paar ganz weit vorausdenkende "Fachleute" der Systems Halle um Halle geschlossen. Solange, bis aus der einzigen ITK-Messe im Süden Deutschlands eine "Labermesse" für Insider und solche die sich dafür hielten wurde - und selbst die ist nun am Ende! Immerhin, die Hallen in München stehen noch und werden humanitär genutzt.

In Hannover halfen weder die mahnenden Worte Edward Snowdens bei der CeBIT 2015 (siehe Foto), noch die Gefahren durch Safe Harbour, NSA, GCHQ oder Manipulation und Sabotage ganzer Industriekomplexe via Cloud. Trotz Anonymus, Wikileaks und CCC: alles muss digital werden. Staat, Gesellschaft, Wirtschaft - am liebsten auch der Mensch.

Zumindest will man ihn kontrollieren oder manipulieren, in Bits zerlegen und seine Persönlichkeit in eine Datei pressen können. Ob mit RFID-Trackern, Beacons, Smartphones und Social Media, ob per WLAN oder GSM - jedenfalls überall und rund um die Uhr.

Die CeBIT, eine Messe für Apps zur Überwachung von Kohlenstoffeinheiten: zuhause, unterwegs, im Auto, beim Einkaufen, Bezahlen, Schlafen oder Surfen. Dabei scheint alles so alternativlos zu sein, wie einst Atomstrom für die Industrie oder der computergesteuerte Aktienhandel. IHKen, Regierung oder unsere Lobbyisten des BITKOM - alle folgen sie dem Ruf der großen US-Hersteller zur Digitalen Transformation, zur entmenschten Produktion, zur totalen Kontrolle.

Sämtliche Nachteile der Digitalisierung gibt es künftig in Hannover zu bestaunen sowie deren einzigen Vorteil: Big Business! Aber was wird aus dem Menschen? Avatare? Cogito ergo sum!

Mein Fazit: Irgendwann wird auch die CeBIT digitalisiert sein und Besucher nur noch auf der Homepage empfangen. Die Hallen könnten dann auch komplett anderweitig sinnvoll genutzt werden - wie in München! (rw)

Alle Kommentare des Querschlägers finden Sie hier.

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