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28.06.2005

Keine Einigung über Zukunft der DVD

Die Vermittlungsgespräche zwischen Sony und Toshiba sind gescheitert.

Damit geht die Konkurrenz zwischen den Techniken Blu-Ray und HD-DVD (High-Density Digital Versatile Disc) weiter. Beide Techniken verwenden DVDs mit einem Durchmesser von 120 Millimetern und einen blauen Laser mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern, während heutige DVDs mit roten Lasern der Wellenlänge 650 Nanometer ausgestattet sind. Die kürzere Wellenlänge macht es möglich, die DVDs enger als bisher zu beschreiben, und führt so zu höheren Speicherkapazitäten. Damit aber enden die Gemeinsamkeiten.

Sony hat mit Matsushita Electric die Blu-Ray-DVD entwickelt. Sie hat auf einem Layer ein Speichervolumen von 25 GB und bei dem zu erwartenden Massenprodukt mit zwei Schichten 50 GB. Es gibt bereits Prototypen mit vier Layern und 100 GB Kapazität. Zum Blu-Ray-DVD-Lager zählen neben Sony die Unternehmen Panasonic, Pioneer, LG, Philips, die Filmstudios Walt Disney, MGM und 20th Century Fox sowie die PC-Spieleentwickler Electronic Arts und Vivendi Universal Games.

Auch die großen Filmstudios sind sich nicht einig

Ihnen gegenüber stehen Toshiba, NEC, Intel, IBM, Sanyo, TDK sowie die Filmkonzerne Warner Bros., Paramount, Universal Studios und New Line Cinema. Diese unterstützen die Toshiba-Entwicklung der HD-DVD. Diese Scheibe fasst auf einem Layer 15 GB und beim Standard-Dual-Layer 30 GB. Auch Modelle mit drei Layern sind in der Entwicklung.

Das Scheitern der Gespräche zwischen Sony und Toshiba rückt einen Nachfolgestandard für die 4,7 GB fassende heutige DVD in weite Ferne. Dabei schien eine neue Norm längst gefunden zu sein. Das zuständige "DVD Forum" entschied sich am 19. November 2003 für HD-DVD. Allerdings fiel schon damals das Votum in dem Gremium mit acht zu sechs Stimmen knapp aus. Das Format Blu-Ray-Disc wurde dem DVD Forum bisher nicht zur Standardisierung vorgeschlagen. Blu-Ray- und HD-DVD sind nicht miteinander kompatibel. Das letztgenannte System hat den Vorteil, dass es keine neuen Presswerke für die Silberscheiben erfordern würde und früher auf den Markt kommen könnte. Blu-Ray ist hingegen das technisch fortschrittlichere System.

Microsofts Engagement stärkt die HD-DVD-Gruppe

Soeben hat die HD-DVD-Gruppe einen weiteren gewichtigen Verbündeten bekommen. Microsoft hat mit Toshiba eine Zusammenarbeit beschlossen. Das Ziel ist es, Teile von Windows CE in HD-DVD-Player zu integrieren, die das Format "iHD" für interaktive DVDs unterstützen. Trotz der Kooperation will Microsoft, so Firmenpatriarch Bill Gates, im Streit um den Nachfolger der heutigen DVDs neutral bleiben.

Ohne eine Einigung auf ein hybrides DVD-System dürften die Konsumenten beim Kauf zögern, um nicht zu einem System zu greifen, dass sich vielleicht nicht durchsetzen wird. Es droht ein Formatkampf wie in den 80er Jahren um die Videosysteme VHS, Video 2000 und Betamax, aus dem das qualitativ schlechteste Format, VHS, als Sieger hervorging. Die Anbieter können einen Markt nicht erschließen, den das Londoner Marktforschungsunternehmen Informa Telecom and Media Group auf ein Volumen von 49 Milliarden Dollar bis 2010 schätzt. (ls)