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18.03.1983 - 

Für westliche Computeranbieter sind harte Zeiten angebrochen:

Keine Exportchancen für Großanlagen

MÜNCHEN(ih) - Die amerikanischen Computeranbieter haben In Osteuropa zur Zeit keine großen Absatzchancen. An dieser Situation ist nicht nur die angespannte Devisenlage der kommunistischen Staaten schuld, sondern auch die restriktive Vergabe von Exportlizenzen durch die US- Regierung und das Cocom in Paris. Nur gegenüber Jugoslawien scheine die Lizenzpolitik der Amerikaner etwas liberaler zu sein, vermutet die Wiener Tageszeitung "Die Presse".

Das IBM Roece (Regional Office Europe Central and East) ist für den europäischen Comecon- Raum (ohne UdSSR) und Jugoslawien zuständig. In Jugoslawien hat die IBM-Tochter bereits dreimal mehr Anlagen installiert als in den übrigen Ostländern. Zum Großteil dürfte dies mit dem liberalen Wirtschaftssystem in diesem Land zusammenhängen. Der sowjetische Markt wird von Paris aus bearbeitet.

Obwohl die offizielle amerikanische Politik Unterschiede gegenüber den einzelnen Ostländern macht, ist bei der Lizenzvergabe davon kaum etwas zu spüren. Es werden nach Angaben vom Wiener Roece-Chef Eugen K. Hahn nur Bewilligungen für kleinere und mittlere Systeme vergeben. Größere und leistungsfähigere Anlagen hätten keine Chance. Da die RGW-Länder (RGW = Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) diese Einschränkungen kennen, würden sie sich um die Lieferung solcher "verbotener" Großanlagen gar nicht erst bemühen.

Noch strenger als bei den anderen Ostblockländern handhaben die Amerikaner Lizenzbestimmungen für Produkte, die in die UdSSR gehen. Die Roece-Manager sind auch für die Überwachung der im Comecon von IBM installierten Anlagen verantwortlich. Sie werden in periodischen Abständen durch einen westlichen Fachmann inspiziert. Er muß feststellen, ob die Anlagen noch bei jenem Kunden stehen, der sie gekauft hat, und ob sie nur für jene Zwecke verwendet werden, für die sie bestimmt sind.

Den Schrumpfungsprozeß auf dem osteuropäischen Markt, berichtet die Wiener Zeitung weiter, verspürt auch die IBM-Osttochter. Ihr Personalstand von einst 800 Mitarbeitern sei auf 75 zusammengeschrumpft. Nach der am 3. Januar dieses Jahres in Kraft getretenen Neuorganisation wurde eine enge Zusammenarbeit mit IBM-Österreich eingegangen, die die starken Schwankungen auf dem Ostmarkt ausgleichen soll. Einige Aktivitäten, wie beispielsweise das Personalwesen oder die Hausverwaltung, werden nun gemeinsam für beide IBM-Töchter, die aber rechtlich völlig selbständig bleiben durchgeführt. Gleichzeitig kann jedoch Roece bei Bedarf jederzeit auf die personelle Hilfe von IR Österreich zurückgreifen, die derzeit 1800 Mitarbeiter beschäftigt und 1982 einen Umsatz von rund 570 Millionen Mark erreichte. Die Exporte von IBM Roece inklusive Dienstleistungen lagen 1981 bei rund 55 Millionen Mark.

Eine Personalreduktion ergab sich auch dadurch, daß in Osteuropa eigene Stützpunkte etabliert wurden. In Jugoslawien gibt es eine Generalvertretung in Ljubljana mit 550 Mitarbeitern, in Ungarn existiert seit 1958 eine eigene IBM-Gesellschaft, die derzeit 93 Mitarbeiter beschäftigt. In Polen, der CSSR und Bulgarien wurden lokale Repräsentanzen eingerichtet.

Cocom

Coordinating Commitee for East-West Trade. Ihm gehören alle NATO- Staaten (außer Island sowie Japan an. Cocom überwacht die Ausfuhr hochsensibler Technologien in den Ostblock.