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01.06.2006

Keine falschen Pillen mit RFID

Die Universitätsklinik Jena implementiert ein Tracking-System auf Netweaver-Basis.

Aktuelle Beispiele belegen: Die RFID-Technik (Radio Frequency Identifikation) hat Einzug in den Gesundheitsbereich gehalten. So baut die Universitätsklinik Jena auf eine Lösung von SAP und Intel Solution Services, um die Arzneimittelversorgung sicherer und effizienter zu gestalten. Genauer gesagt, handelt es sich um die Anwendung "SAP Auto-ID Infrastructure", mit der das Krankenhaus eine vorhandene "SAP-Netweaver"-Plattform erweitern will.

Projektsteckbrief

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

574926: Kliniken digitalisieren ihre Patienten;

576626: Klinik will Bettenauslastung mit RFID verbessern;

575127: Pilotprojekte: RFID schlägt Barcode.

"Etwa jeder zwanzigste Patient erleidet internationalen Studien zufolge eine unerwünschte Arzneimittelwirkung", so Michael Hartmann, Direktor der Apotheke am Jenaer Uniklinikum. Nach Ansicht des Mediziners, der dem Europarat-Expertenausschuss für pharmazeutische Fragen angehört, wäre mehr als die Hälfte dieser Fälle vermeidbar.

Um Irrtümer bei der Medikamentierung weitgehend auszuschließen, setzt das mit 1375 Betten und jährlich etwa 45 000 stationären Patienten größte Krankenhaus Thüringens künftig auf die Funkwellenerkennung. So soll sich der Medikamententransport von der Klinikapotheke bis zur Einnahme durch den Patienten mit Hilfe von passiven RFID-Tags in Echtzeit verfolgen lassen.

Zudem erhalten die Patienten ein RFID-Armband mit Referenzcodierung, so dass ihnen die jeweils verordneten Arzneimittel digital zugeordnet werden können ("Matching").

Das Pflegepersonal liest die Codierungen über einen Handscanner aus und lässt sich die jeweiligen Patientendaten aus der zentralen Krankenhaus-IT auf einem Lesegerät anzeigen. In der elektronischen Patientenakte wird dann die Verabreichung des Medikaments einschließlich der genauen Menge und Uhrzeit dokumentiert.

Der Logistikprozess soll ebenfalls profitieren

Diesen durchgängigen Prozess will das Krankenhaus im ersten Schritt für 24 Pflegebetten in der Intensivmedizin umsetzen. Installation und Inbetriebnahme werden voraussichtlich im Oktober dieses Jahres abgeschlossen. Intel Solution Services stellt hierfür die Hardwareinfrastruktur bereit, darunter die Lesegeräte ("Port Scanner"), das Kommunikations- und Empfangsequiment sowie die RFID-Tags. Später sollen 65 weiter Betten einbezogen werden.

Neben der Behandlungsqualität will die Klinik mit der Funktechnik auch ihren Logistikprozess verbessern: Die lückenlose Überwachung der Medikamentierung erlaubt eine exaktere Bedarfsprognose und damit die Einsparung von Lagerkapazitäten. Zudem lassen sich die bis auf Verpackungsebene identifizierten Arzneimittel leichter auffinden und Chargen herausfiltern, die sich ihrem Verfallsdatum nähern oder es bereits überschritten haben. Last, but not least ist es mit Hilfe der elektronischen Dokumentation möglich, Medikamentenunverträglichkeiten bei bestimmten Krankheitsbildern nachzuvollziehen. (qua)