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13.09.1991

Keine genaue Zeitangabe

Anselm Martin, Geschäftsführer System Industries (Deutschland) GmbH

Betrfft CW Nr. 34 vom 23. August 1991, Seite 4: "Speicherkonkurrent wehrt sich mit Monopolklage gegen Digital"

In Ihrem Artikel schreiben Sie, daß sich System Industries bezüglich der SDI/STI-Technologie auf eine außergerichtliche Regelung in Form eines sogenannten "Phase-out"-Programms eingelassen hat und bis spätestens 31.12.1992 die Produktion und den Vertrieb einstellen muß. Für den Gebrauch der DEC-Patente bis zu diesem Zeitpunkt würden Lizenzgebühren fällig.

Diese Behauptung ergibt ein völlig falsches Bild über den tatsächlich zwischen Digital Equipment Corporation und System Industries Inc. abgeschlossenen außergerichtlichen Vergleich.

Zur Erinnerung: Im April 1989 verklagte Digital System Industries wegen angeblicher Verletzung von SDI/STI-Patenten. Im Juni 1989 antwortete System Industries mit einer Klage gegen Digital wegen Verstoß gegen US-amerikanische Antitrust-Gesetze. Dies war der Hintergrund für den erwähnten außergerichtlichen Vergleich, der neben der Erteilung diverser Lizenzen seitens Digital an System Industries unter anderem auch ein "Phase-out" der SDI/STI-Produkte von System Industries vorsieht. Allerdings, und darauf muß System Industries den allergrößten Wert legen, ist der 31.12.1992 nicht der letzte Zeitpunkt für System Industries zum Verkauf von SDI/STI-Produkten.

Der zwischen Digital und System Industries abgeschlossene Vergleich hat nichts mit dem allgemeinen "Phase-out"-Programm (bis 31.12.1992) zu tun, das Digital anderen Massenspeicher-Herstellern angeboten hat. Der Zeitraum, in dem System Industries mit Erlaubnis von Digital (es stimmt, daß Lizenzgebühren fällig sind) SDI/STI-Produkte verkauft, ist nicht näher definiert. Im Januar 1991 teilte diesbezüglich die deutsche Digital Equipment GmbH per offizieller Pressenotiz mit, daß "beide Unternehmen darin übereinkamen, dazu keine genaue Zeitangabe zu machen".

Übrigens hat System Industries erst vor kurzem neue Laufwerkstypen sowie ein optisches Archivierungssystem für SDI-Anschluß vorgestellt.

Ihre Aussage, daß nur noch drei Fremdanbieter für die umstrittene SDI/STI-Technologie existieren, ist so nicht richtig beziehungsweise kann ohne Beleuchtung der oben erwähnten Hintergründe zu Mißverständnissen führen.

Anmerkung der Redaktion:

Die Digital Equipment GmbH, München, nannte gegenüber der CW System Industries als erstes Unternehmen, das einem "Phase-out" zugestimmt habe, und zwar entsprechend einem von DEC vorgelegten Plan. Dieser Plan sieht nach Auskunft von Digital den Produktions- und Vertriebsstop der fraglichen Produkte zum Jahresende 1992 vor. Digital erwähnte nicht, daß es ein Sonderabkommen mit System Industries gegeben habe. Auch wurde die CW nicht darüber informiert, daß System Industries seinerzeit eine Gegenklage angestrengt hat.