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KOLUMNE


05.03.1993 - 

Keine Loesung fuer SNI aus dem Zauberkasten

Gedanken an einen Partner fuer die Siemens-Computersparte SNI - warum nicht? Was die Wirtschaftszeitung "The Wall Street Journal Europe" (WSJ) als Aussage des Siemens-Chefs Heinrich von Pierer wiedergab ("We need a partner"), hatte fuer Branchenbeobachter die Einsicht erkennen lassen, dass der Elektrokonzern - SNI betreffend - nun endlich Naegel mit Koepfen machen muesse. Der Bereich Siemens- Nixdorf Informationssysteme steht auf wackligen Fuessen: Die Abhaengigkeit von den BS2000-Mainframes ist fatal; SNI schreibt weiter rot; Stellen muessen abgebaut werden. Angesichts der heraufziehenden Wirtschaftskrise in Deutschland, von der der deutsche DV-Anbieter SNI in besonderem Masse betroffen ist, kann aus dem Marketing-Geflunker des SNI-Vertriebs nicht auf eine Ueberzeugung geschlossen werden, die Wende zum Besseren stehe kurz bevor. Fuer Massnahmen zur Schadensbegrenzung besteht also durchaus Bedarf.

Dieser Teil der Wahrheit passte den Siemens-PR-Strategen wohl nicht ins Konzept: Die Muenchner reagierten auf die WSJ- Berichterstattung mit einer "Klarstellung" - in Form einer Mitteilung an die Presse, wie der umstrittene Artikel zu lesen sei (siehe Seite 2). Die Zentralstelle Information (ZI) der Siemens AG hat einen Text zusammengebastelt, der alles zuruecknimmt und doch alles bestaetigt. Der erschreckende Tatbestand, dass es fuer SNI ums Ueberleben geht, wird vernebelt. Kein Taeuschungsversuch: Es haeufen sich die Geruechte, dass es ueber kurz oder lang zu einer Kooperation mit einer amerikanischen oder einer japanischen Computerfirma kommen werde. Was sollen die Siemens-Verantwortlichen in dieser Situation sagen? Dass sie keinen Partner fuer SNI suchen? Das waere gelogen.

Wie lautet doch der Schluesselsatz in der Presseerklaerung? "Es geht nicht um ein Einstellen bisheriger Aktivitaeten, sondern um das Einbringen und Zusammenfuehren von Kompetenzen zwischen Partnern." Wir werden also einen Teufel tun, die Siemens- Klarstellung allzu ernst zu nehmen. Da wir nicht wissen koennen, was die wahren Absichten von Pierers sind, verbietet es sich aber auch, die Formulierungen des Siemens-Textes als Absichtserklaerungen des Siemens-Chefs zu verstehen.

Selbstverstaendlich will von Pierer das SNI-Problem so schnell wie moeglich loesen.

Dass Indiskretionen dazu nichts beitragen koennten, bedarf keiner Erklaerung. Nur wuesste man schon gerne, wie die Loesungskonzepte aussehen. Darum allein geht es - und um Glaubwuerdigkeit, die Vertrauen schafft. Die Anwender sind sensibel geworden fuer alles, was auf Management-Probleme bei den Computerfirmen hindeutet. Dies ist das wichtigste Argument. Es gibt keine Loesung fuer SNI aus dem Zauberkasten. Die Kunden erwarten klare Antworten.