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IBM-Anwender verärgert


20.02.1998 - 

Keine OS/2-Unterstützung für Lotus-User

Gerade Banken und Versicherungen, die hierzulande noch immer eine große Zahl von Lotus-Installationen unter OS/2 betreuen, suchen jetzt nach einem Ausweg. Lotus hat zwar eine Strategie vorgestellt, mit der Anwender auf die hauseigene, stark geförderte "Java based Network Architec- ture" migrieren können. Die Finanzbranche traut jedoch Java-Anwendungen den Einsatz für geschäftskritische Applikationen noch nicht zu. "Zu instabil und funktional noch nicht ausgereift" sei die objektorientierte Entwicklungssprache, lautet das Urteil einiger Betroffener.

Auch wenn Analysten und Fachleute davon überzeugt sind, daß sich OS/2 in Zukunft als Client-Betriebssystem verabschieden wird, überrascht Lotus´ schneller Ausstieg die Anwender wie eine kalte Dusche. Beim Gebietsrechenzentrum in Kassel ist die Ankündigung ein "Riesenthema". Der Dienstleister betreut über 100 Banken, Versicherungen und Verbände im Raum Hessen und Thüringen, mehrere 10000 Arbeitsplätze wären von einer Umstellung betroffen. Die OS/2-Anwendungen sind dort über die Jahre gewachsen und laufen stabil, vor allem zur Zufriedenheit der Benutzer. Für einen schnellen Wechsel beim Client-Betriebssystem sieht der Dienstleister also keinen Grund. Zur Zeit suchen die Kasseler nach einer Zwischenlösung auf Basis einer Software von Citrix

Birgit Krüger, stellvertretende Projektleiterin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, hofft, daß sich Lotus eines Besseren besinnt: "Es gab bei uns zunächst einen Aufschrei, als die Nachricht aus den USA eintraf. Wir überprüfen aber momentan den Sachverhalt." Bei der Bausparkasse bauen derzeit mehr als 3000 Anwender auf das Gespann Lotus 4.5.2b und OS/2. Als Server werden RS/6000-Rechner unter AIX eingesetzt.

Enttäuscht von Lotus´ Politik zeigen sich auch Anwender, die speziell auf die Notes-Plattform unter OS/2 setzten, um nicht ins "Microsoft-Camp" wechseln zu müssen: "Ich fühle mich von IBM veräppelt", sagt Tom Rowe, Systemadministrator der Universität von Wisconsin. Big Blue habe immer wieder die strategische Bedeutung von OS/2 betont, und nun werde diese Variante eingestampft. Notes 5.0 unterstützt am Client Windows 3.1, 95 und NT sowie Power-Macs.

Anwender aller anderen Systeme müssen auf Netscapes "Navigator" ausweichen. Funktionen wie die Erstellung formatierter Dokumente, E-Mails oder Terminplanung sollen künftig über Java-Anwendungen abgedeckt werden - und zwar über die E-Suite.