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27.08.1993 - 

KOLUMNE

Keine Ratio bei der Ratio ´93

Die Messe Friedrichshafen hat kurzfristig die Buerofachmesse "Ratio 93" abgesagt: Hier wurde mit dem bedauernden Nein ein Fair-first- Exempel statuiert - das macht die Entscheidung zum Praezedenzfall fuer die gesamte IT-Branche (Seite x). Die Ratio ist eine Regionalveranstaltung, eine kleine Messe, nimmt man die Aussteller- und Besucherzahlen. Doch Hut ab vor den Veranstaltern, die aus der Zurueckhaltung der potentiellen Aussteller Konsequenzen gezogen haben. Die Begruendung liest sich wie die Indikationsbeschreibung auf dem Beipackzettel eines Kreislaufmittels: Mit der Terminentflechtung unter den sueddeutschen Buerofachmessen moechte man, wie es in der Ratio- Pressemitteilung heisst, auch die Budgets der Aussteller entlasten.

Das ist sicherlich - ohne Haeme gesagt - nicht so zu verstehen, dass es die Messegesellschaft gut mit den Anbietern meint. Sie ist haengengelassen worden von Buero- und Computerfirmen, die zu sehr mit sich selbst beschaeftigt sind, als dass sie sich der Erarbeitung von neuen Marketing-Konzepten widmen koennten, die aber frueher nie genug kriegen konnten von dem vermeintlichen Stimulanzmittel Messe und denen es offensichtlich nie sonderlich wichtig war, ueber den Nutzen von Messen nachzudenken.

Im deutschen Messewesen muss deinvestiert werden, aber doch nicht so. Wer sich auskennt in der Branche, wird kaum zu ueberzeugen sein, dass nun bei den Anbietern die grosse Liebe zur CeBIT ausbricht, weil allein diese Mammutmesse - eventuell noch die Systems - ein von den Anwendern akzeptierter Marktplatz sei und eine echte Vermittlungsfunktion ausuebe. Warum sie zur CeBIT gehen, wissen die Anbieter wohl selbst nicht, sondern nur, dass sie sich ein Fernbleiben nicht leisten koennen.

Doch selbst diese Unsicherheit duerfte nicht mehr sicher sein. Man hoert, dass sich einige Mitglieder des Bundesverbandes Buero- und Informationssysteme (BVB) fuer einen zweijaehrigen CeBIT-Turnus stark machen. Da ist es beruhigend zu wissen, dass sich - auch dies ganz ohne Ironie angemerkt - eine CeBIT nicht kurzfristig absagen laesst. Die IT-Anbieter werden also nicht darum herumkommen, sich auf die Frage nach der richtigen, der angemessenen Messestrategie einzulassen. Dann allerdings darf auch die CeBIT kein Tabu mehr sein. Zumindest haben die Ausrichter ein Recht darauf zu erfahren, was sie zukuenftig bei der Gestaltung von Messen, der Themenauswahl und der Besucherwerbung beachten sollten.

Dass Spezialmessen sehr wohl eine Berechtigung haben, wird von der DV-Industrie ja nicht geleugnet, wie auch unstrittig ist, dass es keinen allgemeinen Nachfragerueckgang gibt, sondern allenfalls schlechte Konzepte, schlechte Produkte und schlechtes Timing. Messen machen da keine Ausnahme.