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01.12.1995

Keine Rechnung ohne die DV-Spezialisten

Dieter Eckbauer

Wenn Karl Steinbuch mit seiner Vision recht behalten haette, gaebe es die COMPUTERWOCHE gar nicht. Es sei vorstellbar, so der Autor des Bestsellers "Falsch programmiert" vor mehr als 20 Jahren, die gesamte globale Informationswirtschaft ueber einen einzigen Grossrechner abzuwickeln. Steinbuch dachte dabei an eine Art "Fort Knox fuer Daten". Es kam anders, obwohl an den technischen Moeglichkeiten zu einem solchen "Welt-RZ" nie gezweifelt wurde. Steinbuch hatte die Rechnung ohne das Prestigedenken der Unternehmer gemacht, die auf den firmeneigenen Computer nicht verzichten wollten. Also entstand die Berufsgruppe der DV- Spezialisten. Also gibt es die CW.

Wir haetten uns den Einstieg in das Thema "Wozu brauchen wir eigentlich den Typ des reinen Informatikers, der bei EIS nicht an Erfrischung denkt?" auch einfacher machen koennen. Denn da sind ja die Marktforschungszahlen der Gartner Group, die belegen sollen, dass die Bedeutung der DV-Abteilung im Zuge der Dezentralisierung weiter abnimmt. Wieder einmal werden die Voll-Datenverarbeiter als Leute der Vergangenheit praesentiert, als DV-Deppen, deren Zeit abgelaufen ist. Nobel, nobel, dass man dem IT-Manager immerhin noch die Rolle des Strategieberaters, des Koordinators wuenscht - keine wichtige allerdings, denn die Musik, daran lassen die Branchenauguren keinen Zweifel, wird kuenftig in den Vorstandsetagen und Fachabteilungen gespielt.

Auch dieses Bild ist natuerlich ueberzeichnet. Es gibt gute DV- Spezialisten, und es gibt weniger gute. Sehr zu Recht wird moniert, dass die DV oft nicht den gewuenschten Nutzen bringt. Allzu naiv und unueberlegt haben sich viele DV/Org.-Chefs in Aufgaben gestuerzt, die sie allein nicht bewaeltigen konnten. Dies alles wuerde ihnen jedoch nicht schaden, gaebe es im Unternehmen IT- kundige Topmanager, an die sie sich halten koennten. Jetzt sind wir beim Knackpunkt angelangt. Dass es bei den meisten Topmanagern aussetzt, wenn es um IT-Belange geht, kann man den Spezialisten nicht anlasten. Wenn die Entscheider wenigstens wuessten, was sie an ihren IT-Experten haben. Als Vorstand oder Geschaeftsfuehrer ein DV- Laie zu sein, lag im Management-Trend. Es passt ins Bild, dass das Geschehen in der DV-Welt bei den Massenmedien bisher kaum Beachtung gefunden hat. In einem Bericht des "Spiegel" weist selbst Bill Gates auf diesen Umstand hin - und der kann sich ueber mangelnde Publicity wahrlich nicht beklagen. Doch das Interesse gilt, das weiss Gates, dem Geldesel.

Eine PC-Schwalbe, kann man hinzufuegen, macht noch keinen Sommer fuer die IT-Industrie. So steht keineswegs fest, dass fuer IT-Manager nun bessere Zeiten anbrechen. Einiges spricht jedoch dafuer. Die Topmanager koennen sich zwar nach wie vor nicht fuer die DV erwaermen, aber es gibt immer mehr Gruende, die Technikexperten zu schaetzen. Auf den neuen elektronischen Maerkten, im Internet oder in sonstigen Netzen, kann man sich keine Fehler erlauben. Wer jetzt agiert, verschafft sich eine gute Ausgangsposition. Diese Sprache verstehen die Unternehmer.