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17.02.1995

Keine Teilnahme an der CeBIT '95 Bay Networks stellt die Weichen in Richtung Switched Networking

MUENCHEN (CW) - Der offizielle Startschuss fuer die Bay Networks Deutschland GmbH soll Ende Februar 1995 fallen. Die aus dem Merger zwischen Synoptics und Wellfleet entstandene Company beabsichtigt, im Internetworking-Business neben dem traditionell starken High- end-Bereich kuenftig auch das Geschaeft im Low-end- und Midrange- Segment bei Routern und Hubs zu forcieren.

"Wir muessen unsere Produkte modifizieren", sagte Uwe Witt, designierter Area Manager der Bay Networks GmbH, anlaesslich einer Pressekonferenz in Muenchen. Witt bezog sich damit auf die Historie von Wellfleet und Synpotics, die bislang ihre Staerken im Backbone- Bereich und Grosskundengeschaeft hatten. In zwei Monaten wird die Company eigenen Angaben zufolge ein Windows-basiertes Tool auf den Markt bringen, das die Konfiguration von Routern wesentlich erleichtern soll. Ziel ist, die Nutzung dieser Komponenten auch fuer Anwender ausserhalb grosser Unter-nehmen lukrativer zu gestalten.

Die zusaetzliche Ausrichtung auf den Mittelstand und kleinere Installationen will Bay Networks durch autorisierte Reseller erreichen. Diese sollen laut dem Marketing-Verantwortlichen Frank Brandenburg nur die Router "AN" und "ASN" sowie Hubs bis zur Serie "3000" verkaufen duerfen. Lediglich die Distributoren Schneider & Koch sowie Anixter werden die gesamte Produktpalette von Bay Networks aus dem Bestand von Synoptics und Wellfleet vermarkten. Weitere Vertriebspartner sind Computer 2000 und Compushack. Einen direkten Vertrieb durch Bay Networks selbst schliesst Witt auch fuer die Zukunft aus. Als Grund nannte er die Komplexitaet von Grosskundenprojekten, die nur durch loesungsorientierte Partner wie Systemintegratoren kundengerecht abgewickelt werden koennten. Auf dieser Ebene kooperiert Bay Networks in Deutschland mit Pan Dacom, Telemation, ADA, Siemens, SEL, Controlware und Applitec.

Die Marschrichtung fuer Bay Networks geht eindeutig in Richtung Switching. Mit "Baysis" (Bay Networks Switched Internetworking Services) stellte die frischgebackene Company bereits auf der "Networld+Interop" ihre kuenftige Vision vom Networking vor. Tragende Elemente von Baysis sollen die sogenannten Transport-, Policy- und Operation-Services sein.

Die Transport-Services dienen dem Transfer von Daten, Sprache und Video mit Hilfe eines komplementaeren Sets von diversen Internetworking-Techniken wie Routing, Switching sowie WAN- und Shared-Media-Connectivity. Baysis legt dabei die Philosophie zugrunde: Switching wo moeglich, Routing wo noetig. Auf der "Comnet" in Washington praesentierte das Unternehmen Witt zufolge bereits erste Loesungen mit LAN-Emulation sowie virtueller Router- Technologie.

Wesentlicher Bestandteil der Transport-Services soll das Pu-blic Network-to-Network-Interface (PNNI) werden, ein offener Standard, mit dessen Hilfe Switches kommunizieren koennen, ohne einen zentralen Netzknoten zu benoetigen. Moeglich ist diese Loesung durch intelligente Agenten, die in jedem Switch installiert sind. Nur mit diesem Verfahren, so Witt, sind grosse und stabile Netzwerke in Zukunft noch zu realisieren.

Policy-Services sollen fuer den Netzadministrator eine neue Art des User-Access-Managements definieren und die End-to-end-Kontrolle durch alle Transportschichten sicherstellen. Mit den Operation- Services schliesslich verspricht Bay Networks ein plattformuebergreifendes Monitoring durch die Integration von Shared-Media-Hub, Router- und Switch-Management.

Der Uebergang zum Switched Networking wird nach Ansicht von Witt in einem schrittweisen Prozess erfolgen. "Es wird keinen Urknall geben", sagte der Area Manager und sieht jetzt primaer die Notwendigkeit, die Produkte aus der Wellfleet- und Synoptics-Linie sukzessive in Richtung Switching weiterzuentwicklen.

Fuer die offizielle Gruendung der Bay Networks Deutschland GmbH steht noch die Zustimmung des Registergerichts aus. Die Fusion zwischen der deutschen Synoptics und Wellfleet konnte laut Witt erst zum 1. Januar 1995 eingeleitet werden, sei aber nur noch Formsache. Der Hauptsitz der GmbH wird in Wiesbaden sein, das Technikzentrum ist in Stuttgart angesiedelt. Ausserdem werden in Berlin und Duesseldorf Reginalbueros eingerichtet.

Auf eine Teilnahme an der CeBIT '95 wird Bay Networks dieses Jahr verzichten. Das Unternehmen begruendet seinen Schritt mit der Besucherstruktur der Messe, die, wie es in einer Mitteilung heisst, "nicht geeignet sei, die hohen Kosten der Teilnahme zu rechtfertigen". Dazu Witt: "Das Problem deutscher Messen ist, dass es nicht mehr um Information geht, sondern nur noch um schoener, groesser, fetter." Durch die Anwesenheit einiger Systemintegratoren und Distributoren sieht sich Bay Networks laut Witt auf der CeBIT ausreichend repraesentiert. Die Company will statt dessen auf Messen setzen, die mehr das Fachpublikum ansprechen.