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28.02.1975 - 

Datenverarbeiterin Hannelore Lidner

Keine Träume vom Heimchen am Herd

MÜNCHEN-GROSSHADERN - Offiziell hat die dreiunddreißigjährige Hannelore Lindner eine "Leitungs- und Koordinierungstätigkeit in der System-Programmierung" inne. Inoffiziell, und im Kollegenkreis allgemein anerkannt, ist sie für die Systembetreuung, den Aufbau und die Pflege der medizinischen Datenbank im Rechenzentrum des neuerbauten Universitäts-Klinikums Großhadern verantwortlich.

Dazu erklärt die gebürtige Dresderin mit der knapp dreizehnjährigen EDV-Ertahrung: "Mein Ehrgeiz ist es, in Zusammenarbeit mit den Kollegen zu beweisen, daß der stufenweise Aufbau eines integrierten Krankenhaus-lnformationssystems möglich ist."

Von der Pike auf

Diese Zielvorstellung war auch der ausschlaggebende Grund für ihren Stellungswechsel vom EDV-Hersteller zum Anwender. 1962 hatte die ehemalige Medizin-Studentin aus der DDR bei Siemens, München, in der Abteilung "Allgemeine Programmierung" ihre Anfangsstellung angetreten. "Ich habe in der Programmierung von der Pike auf gelernt", berichtet Hannelore Lindner und bedient in ihrem Büro zwischendurch das Terminal zur Patientendatenerfassung.

Bei Siemens habe sie bereits in der Anfangszeit für die Systeme 2002 und 3003 an Sort/Merge-Problemen und für die 4004 am Betriebssystem BS 1000 mitgearbeitet.

Nachdem Hannelore Lindner mit einem Wartungstechniker einen Termin für einen Probelauf vereinbart hat - im Rechenzentrum des Klinikums steht eine 4004/151 mit einer anderen 4004 gekoppelt - beurteilt sie abschließend ihre ehemalige Siemenstätigkeit: "AIs System-Programmiererin habe ich im Rahmen des >Sort-Merge-Programmes< an dessen Planung und Entwicklung mitgewirkt."

Zehn-Stunden-Arbeitstag

Das EDV-Projekt Klinikum Großhadern kennt sie eben falls von der Stunde Null her. 1970 begann die Planungsphase, heute spricht Hannellore Lindner von der Aufbauphase mit einem mindestens zehnstündigen Arbeitstag.

Ehe sie die Frage beantwortet hat, ob sie auch nachts von der zukünftigen vollintegrierten Datenverarbeitung an Krankenhäusern träume, ist Hannelore Lindner mit einem Programmierer hinausgeeilt, "um zwei Programmleichen", so der Jargon des Kollegen, zu orten. Zurückgekehrt meint sie energisch: Sie kenne keine derartigen EDV-Träume und außerdem habe sie noch ein Privatleben, in dem sie leidenschaftlich gern Tennis spiele.

Betriebsklima: keine Beamten

Sie läßt keinen Zweifel daran, daß das allgemeine Betriebsklima im Rechenzentrum "atypisch" von dem in anderen Dienstleistungszentren im öffentlichen Dienst ist: "Wir sind keine Beamten, sondern Datenverarbeiter." Diesen Status möchte sie noch möglichst lange beibehalten: Später einmal könne sie sich "Entwicklungsarbeit" am Schreibtisch vorstellen. Einen Full-Time-Job als "Heimchen am Herd" dagegen weniger: "Mein Mann müßte volles Verständnis für meinen Beruf haben."