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12.11.1998 - 

Vergleichstest: Welche Technik für welches Einsatzgebiet?

Keine Verlierer unter den Bandbibliotheken

MÜNCHEN (CW) - IT-Manager wissen, wie wichtig, aber auch wie zeitaufwendig der (tägliche) Backup der Unternehmensdaten ist. Angesichts steigender Datenmengen empfehlen sich Bandbibliotheken, die mit mehreren Laufwerken arbeiten. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, welche Laufwerkstechnik den Gegebenheiten des Unternehmens am besten gerecht wird. Die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" testete acht Bandbibliotheken.

Der Backup mit nur einem Laufwerk ist in Unternehmen mit großen Datenmengen zum Zeitproblem geworden. Abhilfe schaffen Bandbibliotheken mit zwei bis vier Drives. Die "Infoworld" untersuchte acht Bibliotheken verschiedener Hersteller hinsichtlich einfacher Installierung und Verwaltung, Leistung und Kapazität, Sicherheit, Qualität des Supports und der Kosten. Als Testrechner diente ein IBM-Server RS/6000 unter AIX 4.3.1 mit der Backup-Software "Net Backup 3.1" von Veritas.

Acht Systeme mit vier Speichertechniken

Die Testgeräte sollten in der Lage sein, einen Datenbestand von jetzt 400 GB, der sich in drei Jahren auf 1 TB vergrößern würde, zu bewältigen und dabei auch steigenden Anforderungen an die Geschwindigkeit gerecht zu werden.

Getestet wurden folgende acht Bandbibliotheken, die alle mindestens 2 TB unkomprimierter Daten verarbeiten können und mit vier Laufwerken zu bestücken sind: Adic Scalar 458, ATL 7100Serie 4/68, Breece Hill Q47, Exabyte 480, HP Surestore 7448w, IBM Magstar 3575 MP, Overland Data Library Xpress 452, Qualstar TLS-4480. Mit Ausnahme des IBM-Geräts, dessen Bandkassetten nur 5 GB fassen, speichern die Bänder mindestens 20 GB.

Im Test wurden die Eigenschaften wie folgt gewichtet: Implementierung und Verwaltbarkeit 15 Prozent, Leistungsfähigkeit und Kapazität 30 Prozent, Zuverlässigkeit 25 Prozent, Support 15 Prozent und die geschätzten Unterhaltskosten für einen Zeitraum von drei Jahren ebenfalls 15 Prozent.

"Wir waren von den Testergebnissen überrascht", schreibt die "Infoworld", denn "wir ermittelten drei Gewinner, und auch die restlichen Bandbibliotheken schnitten gut ab." Das Spitzentrio mit jeweil 8,8 von 10 möglichen Punkten bestand aus HPs Surestore 7448w, dem Library Xpress 452 von Overland Data und Qualstars TLS-4480.

Jeder der drei Testsieger zeigte jedoch Stärken auf einem speziellen Gebiet. Die Bibliothek von Hewlett-Packard zeichnete sich durch besonders einfache Verwaltbarkeit aus, während die von Qualstar besonders zuverlässig und peiswert war. IT-Manager, die sich mit der Technologie nicht gut auskennen und auf Support angewiesen sind, sollten sich für den Library Xpress entscheiden.

HPs Surestore zollten die "Infoworld"-Tester "gute Ingenieursleistung, hervorragenden technischen Support und Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Beachtung auch kleiner Details wie etwa der um 90 Grad drehbaren Anzeige". Einzig die beschränkte Ausbaufähigkeit und der etwas schmale Zugang zu den Kassetten-Einschüben fiel bei dieser mit Digital Linear Tapes (DLT) bestückten Bandbibliothek negativ auf.

Der Library Xpress 452 von Overland Data eignet sich besonders für Unternehmen, die ihre Archivierung mit relativ geringen Datenmengen beginnen, aber stark expandieren. Das modular aufgebaute Gerät mit DLT-Laufwerken kommt im Rack, was auf der Rückseite zu einem Kabelsalat führt. Auch sei die Installation komplex. Dafür unterhalte der Hersteller jedoch einen herausragenden Support.

Bei dem TLS-4480 von Qualstar gefiel den Testern insbesondere das kleine Gehäuse, der niedrige Kaufpreis, das gute Preis-Kapazitäts-Verhältnis und die mit 70 Sekunden geringe Wechselzeit der Bandkassetten. Qualstar nutzt für das TLS-4480 AIT-Drives.

Als besonders zuverlässig dürfte sich nach Meinung der "Infoworld" das Scalar 458 von Adic erweisen, da die Mechanik einfach, aber solide konstruiert sei. Als weitere Vorteile sind das kleine Gehäuse, die gute Hardwaredokumentation und der technische Service zu nennen. Bemängelt wurde allerdings, daß es kaum Informationen über die Rechnerplattformen gibt, an denen das Gerät benutzt werden kann.

Das Q47 mit DLT-Technik von Breece Hill hätte hinsichtlich Kapazität, Leistung und einfacher Installierung in die Spitzengruppe vordringen können, wären nicht Unzulänglichkeiten beim Support aufgetaucht. So verlangt der Hersteller im Gegensatz zu den anderen Anbietern vom ersten Tag an Geld für den Service vor Ort. Auch bei diesem Gerät fehlen Konfigurationshilfen für die angeschlossenen Host-Rechner.

Recht gemächlich wechselt das Exabyte 480 die Kassetten und beeilt sich auch beim Backup nicht. Mit einer Rate von 8,8 MB pro Sekunde speichert das System rund 25 Prozent langsamer als beispielsweise die schnelle DLT-Bibliothek von HP.

Die IBM-Lösung: Schnell, aber teuer

Als unpraktisch empfanden die Tester den Zugriff auf die SCSI-Ports, "die nur etwas für Leute mit kleinen Händen und viel Geduld sind". Dafür liest das Gerät, das mit "Mammoth"-Laufwerken arbeitet, auch Acht-Millimeter-Bänder der Mainframe-Speicher. Mit einer Speicherkapazität von 4,65 TB war die 4/68 von ATL die größte und am besten erweiterbare Bandbibliothek, die die "Infoworld" getestet hat. Schnelle Wechselzeiten der Bänder und ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Speicherkapazität sind weitere Vorzüge. Vor unlösbaren Schwierigkeiten standen die Tester allerdings, als der IBM-Testrechner immer nur eines statt zwei DLT-Laufwerke erkennen wollte. Der angereiste ATL-Ingenieur diagnostizierte, daß bei der Bibliothek kein Hardwarefehler vorlag, und verschwand.

IBM darf sich mit dem Magstar 3575 MP Testsieger in puncto Geschwindigkeit nennen. Das Robot-System wechselt die Bänder sehr schnell und zeigte keinen Leistungsverlust dadurch, daß nur 5-GB-Bänder verwendet werden können. Das Problem dieser Bibliothek liegt in der geringen Gesamtkapazität: Sie faßt nur 1,76 TB an Daten. Zudem trat beim Test ein Fehler mit einem Positionierungssensor auf, der vom IBM-Support behoben werden mußte. Auch bei diesem System waren die Analysten mit der Software-Hilfestellung des Herstellers nicht zufrieden. Richtig schlecht kam der Magstar bei den Unterhaltskosten weg: hohe Preise für die Anschaffung, den Bändern und den technischen Support.

Wake up, IBM

Die Tester der "Infoworld" wollten ihren IBM-Server RS/6000 gerne mit einem Hauptspeicher von 1 GB ausstatten. Big Blue verlangte für ein 128-MB-Speichermodul 1280 Dollar. Für 1 GB wären somit 10240 Dollar fällig gewesen. Mitbewerber Kingston Technology hatte ein günstigeres Angebot: 286 Dollar je Modul, insgesamt 2288 Dollar. Bei IBM wären um 450 Prozent mehr zu zahlen gewesen!