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26.11.1999 - 

Kolumne

"Keine Zeit für Sentimentalitäten"

Hand aufs Herz! Vielen Deutschen tut der Gedanke weh, der rheinische Traditionskonzern Mannesmann könnte in die Hände der britischen Vodafone fallen. Von solchen nationalstaatlichen Sentimentalitäten sollten wir jedoch schleunigst Abschied nehmen. In Zeiten eines zunehmend vereinigten Europas und globaler Märkte ist dafür kein Platz, schon gar nicht im knallharten Gewerbe der Telekommunikation. Bei Mannesmann noch von einem deutschen Unternehmen zu sprechen ist ohnehin nicht ganz korrekt, immerhin befinden sich rund 60 Prozent der Papiere in ausländischem Besitz.

Aber nicht nur das Beispiel der Düsseldorfer zeigt, welch aberwitzige Blüten das Geschäft mit der Kommunikation treibt. Die geplante Übernahme von Sprint durch MCI-Worldcom für 230 Milliarden Mark reicht an die Grenze des Vorstellbaren. Trotzdem dreht sich die Spirale weiter: Sollte Vodafone Erfolg haben, steht mit rund 250 Milliarden Mark schon die nächste "größte Fusion" der Industriegeschichte an.

Gemessen am Angebot der Engländer nehmen sich die knapp 60 Milliarden Mark, die Worldcom 1997 noch für MCI zahlte, wie ein Schnäppchen aus. Die inflationäre Entwicklung der Kaufpreise in dieser Branche ist atemberaubend. Hier wird nicht gekleckert, da wird geklotzt, koste es, was es wolle. Und noch eines wird deutlich: Die Halbwertszeit von Bündnissen ist gering, wie die gescheiterten Allianzen BT und MCI, Global One sowie Unisource belegen.

Wer heute glaubt, im TK-Geschäft ein Top-Player zu sein, kann sich schon morgen im zweiten Glied oder gar unter den Fittichen eines anderen Unternehmens wiederfinden. Ein Musterbeispiel dafür ist die Telekom.

Auch wenn es Vorstand Ron Sommer nicht wahrhaben mag, im internationalen Geschäft steht das Unternehmen vor einem Scherbenhaufen. Daran ändern auch die jüngsten Übernahmen von One-2-One und Siris nicht viel. Es ist unterdessen sogar nicht mehr auszuschließen, daß selbst die Telekom zum Übernahmekandidaten wird, trotz ihrer hohen Marktkapitalisierung. Die Bonner müssen baldmöglichst mit globalen Partnern von Rang und Namen verschmelzen. Allein vor diesem Hintergrund sollten wir lernen, nicht mehr in nationalen Kategorien zu denken.