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03.09.1999 - 

Portierung auch für 64-Bit-Windows eingestellt

Keine Zukunft für Alpha unter NT

MÜNCHEN (wh) - Windows NT wird nicht auf Alpha-Prozessoren laufen. Compaq hat nun auch die Portierungsarbeiten für Microsofts künftiges 64-Bit-Betriebssystem gestoppt. Erst vor einer Woche war bekanntgeworden, daß die Texaner 32-Bit-Versionen von NT auf Alpha-Hardware nur noch bis zum Service-Pack 6 unterstützen wollen.

Compaq Computer Corp. informiert seine Kunden nur in homöopathischen Dosen über weitreichende Entscheidungen. Hatten Unternehmenssprecher noch vor gut einer Woche erklärt, die Portierungsarbeiten für 64-Bit-Versionen von NT auf den Alpha würden ungeachtet der jüngsten Maßnahmen fortgesetzt, vollzieht der auf Sparkurs eingeschwenkte Konzern nun erneut eine Kehrtwende.

Peter Droste, frischgebackener Chef der Compaq Computer GmbH, Dornach, erklärte gegenüber der CW, bei der Entscheidung gehe es um eine "Plattformbereinigung", die unter anderem verhindern solle, daß es zu Kannibalisierungseffekten mit Intel-Servern komme. Mit dem kürzlich vorgestellten Xeon-basierten Acht-Wege-Server könne man im NT-Umfeld genügend Leistung zur Verfügung stellen.

Microsoft hat rasch auf den Schritt der Texaner reagiert. Auf seiner Website kündigt der Softwarekonzern an, man werde nun auch keine neuen 32- oder 64-Bit-Varianten von "SQL Server", "Exchange" oder "Back Office" für den Alpha anbieten.

Für Anwender könnte sich schon bald die Frage nach der passenden Migrationsstrategie stellen. Ein Compaq-Sprecher versprach zwar, Kunden mit Alpha-Rechnern unter Windows NT würden so lange unterstützt, wie dies aus ihrer Sicht erforderlich sei. Allerdings bietet der Hersteller seinen Kunden bereits Austauschprogramme und diverse Migrationshilfen an.

Demzufolge müssen sich Alpha/ NT-Anwender entscheiden: Entweder sie arbeiten künftig mit Intel-Rechnern unter NT, oder sie migrieren auf das herstellereigene True-64-Unix, Linux oder Open VMS. In Deutschland sind laut Droste einschließlich Workstations etwa 1400 Alpha-Rechner unter Windows NT installiert. Diese würden noch bis zum ersten Quartal 2001 unterstützt.

Es ist vor allem das merkwürdige Kommunikationsverhalten der Texaner, das Anwender wie Analysten gleichermaßen beunruhigt. Eine offizielle Erklärung zu den Alpha-Plänen lag bis Redaktionsschluß nicht vor. Auch Kunden wurden von den Maßnahmen offenbar im Vorfeld nicht informiert. Droste bezeichnete die Art und Weise, wie die jüngsten Entscheidungen kommuniziert wurden, als "recht unglücklich". Man habe in Deutschland selbst erst spät davon erfahren. Kunden würden nun umgehend informiert.

Wie sich diese Politik auf die Glaubwürdigkeit des Herstel- lers insgesamt auswirken wird, bleibt abzuwarten. Droste bestand auf der Feststellung, Compaq werde die Alpha-Plattform "auf absolut unbestimmte Zeit" als zweites Standbein weiterentwickeln.