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04.04.1975 - 

Pilotprojekt für Straßenbahnen in Hannover

Keiner ohne Sitzplatz?

HANNOVER - In Hannover soll es ab 1976 nicht mehr vorkommen, daß während der Stoßzeiten die erste Straßenbahn überfüllt und die direkt nachfolgende weitgehend leer ist. Ein "rechnergesteuertes Betriebsleitsystem für U-Straßenbahnen und Straßenbahnen mit den Schwerpunkten der automatischen Folgezeitregulierung und Vorrangsteuerung für Verkehrssignalanlagen" - so heißt das tatsächlich mit vollem Namen - soll für Ordnung sorgen.

Alle 50 Meter wird dazu an den Gleisen eine Schleife mit Ortssender verlegt, der ständig eine Kennung abgibt. Dieses Signal wird von der darüberfahrenden Straßenbahn empfangen und zur Korrektur des Wegstreckenzählers verwendet, der seine Signale von der Antriebsachse bekommt. In der Zentrale steht ein Datenfunkgerät, das turnusmäßig automatisch alle Straßenbahnen anruft die unterwegs sind und von ihnen - ebenfalls automatisch - Wege-, Fahrzeug- und Liniennummer sowie den Stand des Wegzählers abruft.

Da sich aufgrund des Wegzählers die Position auf 50 Meter genau bestimmen läßt, kann der Rechner Position, Uhrzeit und Fahrplan vergleichen. Vom Ergebnis des Vergleiches hängt es ab, ob entweder die Verlängerung einer Grünphase bei einer Ampel verlangt oder dem Straßenbahnfahrer eine Fahrempfehlung (zum Beispiel schneller, langsamer, Abfahren oder Halten) gegeben wird.

Wenn in den Stoßzeiten nicht nach Fahrplan sondern im Drei-Minuten-Abstand gefahren wird, sorgt der Rechner dafür, daß Züge nicht hintereinander auflaufen sondern im geplanten gleichmäßigen Abstand einander folgen. Das ganze Vorhaben, das vom Bundesministerium für Forschung und Technologie mit 1,8 Millionen Mark gefördert wird, haben die Hannoverschen Verkehrsbetriebe (ÜSTRA) an Bosch (Funk und Fahrzeugausrüstung) und Krantz (Rechner und Software) vergeben. Es soll 1976 in Betrieb gehen.

Verwendet werden sicherheitshalber zwei 80-K-Rechner mit je 10-MB-Plattenspeicher in der ÜSTRA-Zentrale und vier Bildschirmgeräte sowie drei Protokolldrucker in der Leitstelle am Kröpke.