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Umsatz von Ariba und Commerce One enttäuscht die Anleger

Keiner will Marktplätze aufbauen

27.07.2001
MÜNCHEN (CW) - Mit ihren Quartalsergebnissen bleiben die Marktplatzsoftwareanbieter Ariba und Commerce One deutlich hinter ihren selbst gesteckten Zielen zurück.

Die Ratlosigkeit bei Ariba ist offensichtlich. Bei Umsatz und Gewinn liegt das Unternehmen im dritten Geschäftsjahresquartal zwar über den Erwartungen der Analysten - allerdings den reduzierten. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Umsatz nur um etwa sechs Prozent gestiegen. Nun musste Larry Mueller seinen Stuhl als CEO nach nur drei Monaten räumen. Übergangsweise führt wieder sein Vorgänger Keith Krach das Unternehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist. "Beim jetzigen Klima ist 80 Tage eine Lebenszeit, und man muss einschneidende Entscheidungen treffen", kommentiert Krach den Rückzieher.

Nach offiziellen Aussagen ging Mueller aus eigenem Entschluss, um andere Interessen zu verfolgen. Er hatte Ariba eine Schlankheitskur verordnet und wollte sich wieder auf die Kernkompetenz der elektronischen Beschaffung konzentrieren. In diesem Zusammenhang wurde auch eine geplante Übernahme des Collaborative-Commerce-Spezialisten Agile abgesagt.

An dieser Strategie will Krach festhalten. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, gibt es weiterhin einen strikten Sparkurs. Auch zusätzliche Entlassungen sind geplant.

Ariba hat im vergangenen Quartal einen Nettoverlust von 273,5 Millionen Dollar ausgewiesen, bei einem Umsatz von 85,3 Millionen Dollar. Ohne einmalige Sonderausgaben und Abschreibungen kommt das Unternehmen immerhin noch auf einen Verlust von 26,1 Millionen Dollar - verglichen mit 11,3 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Auch der Konkurrent Commerce One hat das jetzt zu Ende gegangene Quartal zur Generalbereinigung genutzt und unter anderem die Übernahme des Beratungsunternehmens Appnet aus dem vergangenen Jahr wertberichtigt. Das beschert dem Unternehmen einen Nettoverlust von zwei Milliarden Dollar. Diese und ähnliche Sonderbelastungen nicht eingerechnet, kommt der Softwarehersteller in seinem zweiten Fiskalquartal auf einen Verlust von 70,2 Millionen Dollar gegenüber 16,2 Millionen Dollar im Vorjahr.

Beim Umsatz blieb das Unternehmen mit 101,3 Millionen Dollar ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die eigene Schätzung lag zuletzt bei 110 bis 120 Millionen Dollar. Ursprünglich hatte man in Pleasanton sogar mit 162 Millionen Dollar gerechnet. Im vergangenen Jahr wurden 62,7 Millionen Dollar umgesetzt. Trotzdem ist das Unternehmen optimistisch. Finanzchef Peter Pervere erwartet, im zweiten Quartal 2002 profitabel zu sein.

"Diese Jungs drücken sich selbst die Daumen, und hoffen, dass die großen Aufträge noch reinkommen werden", beschreibt First-Analysis-Analyst Steve Brown die Situation. Er sieht die Zukunft dagegen weniger rosig und argumentiert, dass Commerce One eine Kostenstruktur hat, die nicht im Einklang mit den Verkaufsmöglichkeiten steht. "Unternehmen wie Commerce One und Ariba befinden sich in einem flach verlaufenden, vielleicht sogar sinkenden Markt - ich glaube nicht, dass sie den Boden schon erreicht haben."