Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.03.1975 - 

Fiat-Händler mit Kienzle-Paket:

Kfz-Ersatzteilversorgung

VILLINGEN - Der Fiat-Spezialist Ig. Wedam GesmbH. wurde bereits im Jahre 1919 als Importagentur gegründet. Kurz darauf konnten die ersten Fiat-LKW's ausgeliefert werden, wenige Jahre später auch Personenkraftwagen. Im Jahre 1971 übernahm die Firma Wedam als General-Importeur für Fiat-Lastfahrzeuge die Gebiete Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark, Kärnten und südliches Burgenland und betreut heute mit alleiniger Verantwortung den Import, Kundendienst und die Ersatzteilversorgung.

"Mit unserer 50jährigen Erfahrung wissen wir, daß jede Fahrzeugtype nur den Wert besitzt, die ein funktionierender Kundendienst und eine ebensolche Ersatzteileversorgung gewährleisten können", begründet Comm. Ing. Carl Wedam den Bau eines neuen Werkes im Jahre 1972. "Um den Kunden nicht nur LKW's zu verkaufen, sondern ihnen auch die gesamte Organisation zur Verfügung stellen zu können, haben wir uns entschlossen, eine EDV-Anlage anzuschaffen. Wir haben uns nach gründlichen Vergleichen für das Kienzle System 6100 entschlossen, da es für den von uns geplanten Einsatz das wirtschaftlichste ist."

Nicht alles auf einmal

Zentrales Problem bei der Firma Wedam war ursprünglich die Materialwirtschaft: auf der einen Seite eine hohe Lieferbereitschaft und auf der anderen Seite eine möglichst niedrige Kapitalbildung. Erster Schritt hin zur heutigen Konzeption war eine Zwischenlösung Ursprünglich wurde das Lager mit Hilfe einer manuell geführten Kartei bewirtschaftet. Mit steigendem Umsatz und der Ausweitung des Lieferprogrammes wurde diese Art der Lagerführung unübersichtlich und unwirtschaftlich. Doppelbestellungen und unkontrollierte Ausweitung des Lagers ließen sich nicht vermeiden. Um die circa 800 unterschiedlichen Artikel übersehen zu können, wurde 1972 zunächst die Lagerkartei auf Magnetkonten übernommen.

"Diese Zwischenlösung hat sich damals bewährt; heute ist eine Lagerbewirtschaftung mit Hilfe von Magnetkonten nicht unbedingt mehr zu empfehlen, die Hardware ist inzwischen viel besser und leistungsfähiger geworden." Als Vorteil bezeichnet Wedam, daß durch die Umstellung auf Magnetkonten die Daten EDV-gerecht aufbereitet werden konnten, und die Übernahme auf Magnetplatte dadurch wesentlich vereinfacht war.

Umstellung auf Platte problemlos

Als problemlos bezeichnet Wedam auch den Einsatz des Programmpaketes "Ersatzteilbewirtschaftung", die erste Ausbaustufe des Kienzle Kfz-Computer Systems, das außer der Ersatzteilbewirtschaftung die Zeitwirtschaft, Fakturierung, Finanz- und Betriebsbuchhaltung, Lohn- und Gehaltsbuchhaltung sowie Statistiken und das Berichtswesen umfaßt.

Bei Wedam ging es in erster Linie darum, alle Artikel über die Platte sofort abrufbar zu machen, das heißt, jeden Artikel über die Artikel-Nummer für die Zu- und Abgangsbuchungen, Bestellrechnungen, Auswertungen und Statistiken, Direktauskunft und auch später für die Fakturierung sofort verfügbar zu haben. Alle Abgänge werden zur Zeit entweder über die alphanumerische Tastatur oder mittels Lochkarte über den Kartenleser eingegeben. Für die Zugänge stellt die Fiat Organisation spezielle Lochkarten zur Verfügung, die ebenfalls über den Kartenleser oder die Tastatur eingegeben werden. Alle Bestandsveränderungen werden sofort auf der Platte vorgenommen und entsprechende Zubeziehungsweise Abgangssätze gebildet.

Aktueller Datenservice

Große Bedeutung bei Wedam hat das Direktauskunftssystem. Jederzeit stehen durch den direkten Zugriff auf einzelne Sätze der Artikel-Stammdatei und alle Bewegungen rasche Informationen zur Verfügung. Die Anzeige erfolgt über ein 32stelliges Zeilendisplay der Hauptkonsole, - zusätzlicher Ausdruck ist möglich.

Für das Auslösen von Bestellungen sind zwei Verfahren vorgesehen. Einmal das Bestellpunkt-System, dem nur ausgleichende Aufgaben zufallen. Im Abgangsbuchungsprogramm werden immer dann Hinweise ausgegeben, wenn die Meldemenge oder die fixe Bestellmenge erreicht ist. Zum anderen das Bestellrhythmus-System, für das festgelegte Beschaffungszeitpunkte die Basis sind. Der Lagerbestand wird monatlich durch den automatischen Bestellvorgang auf eine optimale Lagermenge ergänzt, die sich aus der Addition von neuer Vorhersage plus neuem Sicherheitsbestand ergibt.

Für jede ermittelte Bestellmenge wird ein Bestellvorschlagsatz in der Bestelldatei abgespeichert und ausgedruckt. Korrigiert werden kann durch Eingabe über die Tastatur oder mit Lochkarte über den Kartenleser. Der Ausdruck der Monatsbestellungen erfolgt automatisch und zwar getrennt für jeden Lieferanten.

Keine eigene Programmierabteilung

Entscheidend für den Einsatz des Kienzle-Paketes war, "daß wir uns keine eigene Programmierabteilung aufbauen mußten; die ganze Arbeit wurde vom Hersteller nach einem von uns gestellten Anforderungskatalog übernommen."

Zur Zeit sind 25 Programme im Einsatz, und zwar unterteilt in sechs Gruppen. Die Gruppe eins beinhaltet alle Programme zur Anlage und Änderung der Dateien, die Gruppe zwei die Programme zur Erfassung aller Lagerbewegungen, in Gruppe drei ist zusammengefaßt das Bestellwesen, Gruppe vier beinhaltet die Dateiverwaltungsprogramme, in der fünften Gruppe sind alle Programme für Statistiken und Auswertungen zusammengefaßt und in Gruppe sechs alle Programme für die Direktauskunft.

Derzeitige Konfiguration bei Wedam: Eine Zentraleinheit mit 24 K Kernspeicher sowie zwei Masgnetplatteneinheiten mit je 8,24 Millionen Zeichen. Die Druckausgabe erfolgt derzeit über einen Blockdrucker, der aber in Kürze durch einen Zeilendrucker mit einer Leistung von 360 Zeichen/Sekunde abgelöst werden soll, um für die umfangreichen Listungen mehr Kapazität zu haben.

Als nächste Ausbaustufe will Wedam die Fakturierung in Angriff nehmen und dann nach und nach das gesamte Rechnungswesen auf KCS umstellen.