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19.10.1977 - 

Hard- und Software modular:

Kienzle legt sich neues Datenprofil zu

SAIG (pi) - "Wir werden im Computergeschäft bleiben und unsere Position mit neuen Aktivitäten und neuen Produkten weiter ausbauen", erklärte Geschäftsführer Dr. Fahnauer bei einem Pressegespräch, zu dem die Kienzle Apparate GmbH am letzten Wochenende in das idyllische Schwarzwälder Sporthotel Saigerhöh eingeladen hatte. Dem Kienzle-Sportgeist in der harten Auseinandersetzung mit dem Wettbewerb (DV-Umsatz im letzten Geschäftsjahr einschließlich Werksvertretungen und Händler zirka 360 Millionen Mark, d. Red.) entspricht der für ein Familienunternehmen fast verwegen erscheinende Mut, die Zukunft auch finanziell aus eigener Kraft durchzustehen. Fahnauer: "Es ist nicht vorgesehen, an den Kapitalmarkt zu gehen oder bei anderen Unternehmen Rückhalt zu suchen."

Die neue Produktlinie, mit der die Villinger in den nächsten Jahren im Markt Standhaftigkeit zeigen wollen, ist schon da, läuft aber nach ein wenig im "Erlköniggewand" einher. Das zur letzten Hannover Messe vorgestellte Mehrplatz-System 6100/8. ist als Pilotanlage einer neuen Generation anzusehen. Erstmals ist diese Anlage (Preisklasse je nach Ausstattung zwischen 100 000 und 200 000 Mark, bis zu acht Bildschirmarbeitsplätze) mit einer Minicomputer-CPU ausgestattet, die Texas Instruments zuliefert. Damit setzt Kienzle eine neue Produktphilosophie fort, die in Ansätzen bereits beim Kleincomputersystem EFAS 2000 (bisher über 3500 Anlagen verkauft) zu beobachten war. In EFAS werkelt ein Intel-Mikroprozessor.

Die neue Computerfamilie 6100, die in naher Zukunft zügig Nachwuchs produzieren dürfte, ist ganz auf Verbund programmiert. In Verbundsystemen, die mit mehreren parallel arbeitenden, gleichartigen Systemen und einer Fülle weiterer Komponenten aus der Kienzle-Palette von Arbeitsplätzen und Terminals (3000/- 3700) operieren, sieht Produktplaner Heinz Beyer die große Chance für das Geschäft ab Mitte der achtziger Jahre. Beyer demonstrierte auch an Hand eines Tableaus (Abbildung) das Kienzle Produktspektrum.

Es umfaßt derzeit und. damit für Jahre festgeschrieben vier Leistungsklassen: Klasse I umfaßt Peripheriegeräte, Datenerfassungssysteme, Geräte und Komponenten (ADP 1200 oder den Bildschirmarbeitsplatz 55), Klasse II beinhaltet Einzelplatzsysteme wie die Magnetkontencomputer 2000/6900 und Floppy-Anlagen. DV-Dialogsysteme der Familie 6100 stellen die Leistungsklasse M dar. Die Klasse IV schließlich umschreibt Terminal-Subsysteme 3000/3700, wie sie, vor allem im Bankenbereich, von Kienzle sehr erfolgreich vermarktet werden.

In der Klasse I verfolgt Kienzle die Absicht, weitere, spezialisierte Arbeitsplätze anzubieten. "Dedicated Systems", also Systeme, die einer exakt beschriebenen Aufgabenstellung auf den Leib geschneidert werden sollen auch das Angebot an Einzelplatz-Anlagen erweitern. Man könne sich doch ganz gut vorstellen, so Produktplaner Beyer, daß etwa in Arztpraxen oder in ähnlich großen Märkten ein Geschäft mit kompakten und preiswerten Systemen zu machen sei. Der Einsatz von preiswerten Mikroprozessoren lasse der produktplanerischen Phantasie weiten Spielraum wobei heute die Realisierung durch Produkte eher einfacher werde (bei Kienzle gibt es bereits eine Taxameteruhr mit Mikroprozessor). Welche Produkte realisiert werden, sei vielmehr eine Frage des Marktes und der Manpower für den Vertrieb. Diese Grundüberlegungen, so Geschäftsführer Dr. Fahnauer, haben auch zur Festlegung des jetzigen Produktspektrums geführt. So werden die Villinger bei den Einzelplatzmaschinen nicht unter das Preis-Leistungsniveau der EFAS-Familie heruntergehen, um sieh etwa im Volkscomputergeschäft zu versuchen. Nach oben setzt die 6100/8 eine Quasi-Grenze, deren Überschreitung im Zusammenspiel mit der Leistungsklasse IV durch Kopplung und Verbund möglich wird.