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02.04.1982 - 

Schwarzwälder MDT-Anbieter will mit Aufwärtskompatibilität den Durchbruch schaffen:

Kienzle mit Serie 9000 auf Kommunikationskurs

VILLINGEN (ha)-Mit ihrer "multifunktionalen" Systemreihe 9000 will die Kienzle Apparate GmbH" Villingen, jetzt eine neue Produkt- und Marketing-Ära einläuten. Durchgängige Kompatibilität vom kleinsten bis zum größten System 80 der inzwischen 100prozentigen Mannesmann-Tochter nach Aussagen von Geschäftsführer Dr. Gerd Bindels den Weg in die Kommunikationstechnologie ebnen. Der Villinger MDT-Boß will mit dieser für Kienzle neuen Strategie das verlustgeplagte Unternehmen schon bald wieder in die Gewinnzone führen (siehe auch Kolumne, Seite 7).

Nach einer breitangelegten Werbekampagne (Kienzle-Slogan: "Sie werden sich wundern") ließ der Schwarzwälder MDT-Anbieter jetzt die Katze aus dem Sack. Vom Tally-Drucker über neue Bankenterminals bis hin zum Mehrplatz-Dialogsystem warteten die Villinger mit rund vierzig Produkten auf.

Hauptziel der Produktinnovation war, eine durchgängige, modular ausbaufähige "Baukastenlinie" herzustellen. Zum Ausgangspunkt ihrer Entwicklung machte Kienzle das bereits seit längerem mit einigem Erfolg verkaufte System 9066, auf dem das Betriebssystem MTOS läuft. Auch das vor etwa zwei Jahren als "ABC-Computer" angekündigte System 9055, das sich unter dem Betriebssystem POBS als Flop erwies, wurde in das 9000er Konzept integriert - gleichfalls unter der ursprünglichen Texas-lnstruments-Entwicklung MTOS. Als Herz der 9000-Multifunktionalität, unter der Kienzle die Integration von Datenverarbeitung, Textbe- und -verarbeitung, Datenerfassung sowie Kommunikationstechniken und grafischer DV versteht, bezeichnet Bindels denn auch das forcierte MTOS- es wurde auf allen anderen Rechnern der Serie 9000 implementiert. Auch sollen alle Systeme nach den Angaben der Villinger mit den gleichen wahlweise einsetzbaren Speicherperipheriegeräten, Druckern, Bildschirmen und untereinander austauschbaren Prozessoren arbeiten können. So sei beispielsweise durch Austausch eines Prozessors die Systemleistung den wachsenden Anforderungen eines Benutzers anpaßbar. Ebenso sei die gesamte Anwender-Software durchgängig kompatibel, was einen "weichen Übergang" auf neue Produktlinien gewährleiste. Das Kienzle-Management behauptete, das dieser "Baukasten-Trick" bisher den einzelnen Mitbewerbern noch nicht gelungen ist.

Die Produktserie 9000 reicht nunmehr vom kleinsten Einzelplatzsystem 9022, das als Datev-Terminal das Tischmodell 9027 ablösen soll, bis hin zum derzeit leistungsstärksten Kienzle-Rechner 9077. Zentral eingesetzt diene dieser als Mehrplatz-Dialogsystem oder Leitrechner, dezentral als Satelliten- und Knotenrechner in verteilten DFV-Netzen. In seiner maximalen Ausbaustufe sind an die 9077 bis zu 32 Peripheriegeräte (davon 16 Bildschirme) anschließbar. Der Hauptspeicher ist von 512 KB bis zu 1 MB ausbaufähig. Mit ihrem größten System (siehe auch Tabelle) wollen die Villinger vorrangig den Markt der Nixdorf 8870 und 8860, IBM/34 und /38 sowie CTM 900 und 9000 angehen.

Neu im Programm hat der Schwarzwälder MDT-Anbieter auch das Tischmodell 9033, ein diskettenorientiertes Ein- oder Mehrplatzsystem. Mit einer Speicherkapazität von 128 bis 512 KB und sieben möglichen Arbeitsplätzen stellt die 9044 das nächstgrößere System dar.

Die Kienzle-Bosse ließen durchblicken, daß noch im Herbst diesen Jahres ein weiteres System (9088) als "Flaggschiff" der Serie 9000 vorgestellt werden soll. Die gesamte Hardware wird nach Angaben des Kienzle-Managements inzwischen in Villingen gefertigt. Lediglich die elektronischen Bauelemente für die Zentraleinheiten würden von anderen Herstellern bezogen.

Glanzstück der neuen/alten Kienzle-Produktpalette ist den Anpreisungen der Schwarzwälder zufolge das Kienzle-Netzwerksystem "Kinet" Es stelle den Anschluß her von allen 9000er-Rechern an Fremdsysteme und Fremdnetze, ferner an Datex-P und öffentliche internationale Netze. Außerdem erlaube Kinet die beliebige Vernetzung der 9000er Modelle untereinander.