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12.01.2007

Killerapplikation Preface?

Das neue Windows Vista besitzt eine spezielle Funktion - die "Sideshow". Mit diesem Feature lassen sich Mini-Applikationen starten, ohne den Rechner hochfahren zu müssen. Preface nutzt Sideshow und erlaubt einen Komfort in der Bedienung, der bislang nicht möglich war.

Von Hans-Jürgen Humbert

Notebooks und auch Desktop-PCs werden sich mit dem Erscheinen von Windows Vista verändern, davon ist Nvidia jedenfalls fest überzeugt. Denn Windows Vista besitzt eine spezielle neue Funktion - "Windows Sideshow". Die Sideshow wird gesteuert von Mini-Applikationen (Gadgets), die es erlauben, wichtige Informationen von Festplatte, aus dem Netzwerk oder aus dem Internet zu holen und direkt anzuzeigen. Und dabei braucht man den Rechner bei den meisten Funktionen weder einzuschalten noch hochzufahren. Der Trick liegt darin, den Rechner mit einem weiteren Prozessor und einem Video-Subsystem auszurüsten. Und dieser Hilfsprozessor kann über ein spezielles Bussystem sogar bei inaktivem Hauptprozessor die Festplatte bedienen und beispielsweise Daten auslesen.

Dieser Verbund aus Prozessor, Display-Subsystem und entsprechender Steuersoftware nennt Nvidia "Preface".

Technik für den Kunden

Anwender bevorzugen einfach zu bedienende und nützliche Technologien, die das Alltagsleben erleichtern. Und die Preface-Technologie wird sich aufgrund ihrer vielfäl- tigen Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen, bestimmt durchsetzen.

Professionelle Nutzer wie beispielsweise Geschäftsleute und Manager werden sich bestimmt über eine neue Notebook-Variante freuen: Ein zusätzliches Display im Deckel des Laptops zeigt beispielsweise ständig alle ankommenden E-Mails an. Das Notebook befindet sich dabei im Sleep-Modus. Der zusätzliche Prozessor empfängt die Mails und stellt sie augenblicklich auf dem Display dar.

Termine und Kontakte, die sonst mit Outlook 2007 verwaltet werden, können sogar abgerufen werden, wenn das Notebook komplett ausgeschaltet ist. Die Mini-CPU kann direkt auf die Daten der Festplatte zugreifen. Und wem es beim Warten auf den nächsten Geschäftstermin langweilig wird, der kann sich die Zeit mit dem Media-Player vertreiben, der natürlich ebenfalls über ein Gadget mit dem Preface gesteuert wird. Wohlgemerkt: Das Notebook bleibt während all dieser Aktionen ausgeschaltet. Damit wird sichergestellt, dass beim nächsten Geschäftstermin auch noch genügend Akkuleistung zur Verfügung steht.

Bedient wird das Preface-Modul hauptsächlich via Touchscreen. Aber nicht nur mit dem Notebook kann diese Technologie kommunizieren, für den Datentransfer nach außen ist eine Bluetooth-Schnittstelle vorgesehen.

Preface mobil

Für den wirklich mobilen Einsatz hat Nvidia den PortalPlayer in Größe und Format einer Scheckkarte entwickelt. Das Gerät ist via Bluetooth mit dem Hostrechner verbunden, kann aber auch im Stand-alone-Modus arbeiten. Beim reinen Multimedia-Betrieb, wie beispielsweise zum Abspielen von MP3-Files oder zum Anzeigen von Fotos auf dem Mini-Display, braucht der Hostrechner nicht einmal eingeschalte werden. Wer das Gerät unterwegs - also außerhalb der Reichweite von Bluetooth - nutzen will, der kann auf bis zu sechs GB Flash-Speicher zugreifen. Die Inhalte lassen sich entweder via USB 2.0 oder per Bluetooth auf die "Scheckkarte" übertragen.

Neben den Multimedia-Fähigkeiten des PortalPlayers unterstützt er aber auch alle Funktionen, die mit Sideshow möglich sind. Dazu gehören E-Mail-Anzeige, Aktualisieren der Kalenderfunktionen von Outlook 2007 und vieles mehr.

Preface als Fernbedienung

Microsoft hat ein sehr großes Interesse daran, dass Vista auch im Heimbereich in Multimedia-PCs eingesetzt wird. Und für diesen Zweck bietet sich Preface geradezu an. In einer Fernbedienung integriert, lassen sich alle Funktionen des Multimedia-PCs bequem vom Sessel aus steuern. Da der PC für die Wiedergabe von Musikinhalten nicht einmal eingeschaltet sein muss - die Preface-Technik reicht aus - fehlt jetzt allerdings die Anzeige des Interpreten, und auch der Navigationsbildschirm ist nicht aktiv. Aber mit der neuen Technologie können diese Features in die Fernbedienung ausgelagert werden. Ein kleines Display reicht dafür völlig aus. Ebenfalls lassen sich dann auf der Fernbedienung auch ankommende Mails ansehen.

Die Preface-Technologie wurde zwar von Nvidia entwickelt und wird auch von diesem Unternehmen angeboten. Geräte wird es aber nicht von Nvidia geben. Dafür sind andere zuständig. Die haben bei der Umsetzung in die Praxis fast freie Hand. Beispielsweise kann das Display in der Fernbedienung verschiedene Größen besitzen, und auch die Frage, ob farbig oder in Schwarzweiß, bleibt dem jeweiligen Hersteller überlassen. Nvidia ist und bleibt eine Chipschmiede, die anderen Unternehmen die Umsetzung ihrer Ideen überlässt.