Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.02.1979 - 

Banken-Terminals online über das ganze Bundesgebiet:

KKB wählt Bunker Ramo gegen IBM

DÜSSELDORF (cw) - Ein Anbieter, der zunächst kaum den Fuß in der Tür zu einem begehrten Markt hat, dann aber einen potenten Kunden erobert (welcher diesen Markt mit rund 250 Niederlassungen in ganzer Fläche abdeckt), schafft sich ein ausgezeichnetes Operationsfeld für weitere "Attacken". Der Bunker Ramo GmbH, München, ist dies jetzt gelungen. Die Kundenkreditbank Deutsche Haushaltsbank KGaA (KKB), Düsseldorf, hat damit begonnen, alle ihre Außenstellen mit dem modularen Bank Control System (BCS) 90 von Bunker Ramo auszustatten und investiert dafür über 13 Millionen Mark.

Es hätte nicht viel gefehlt, und Willi Weyers, einer der persönlich haftenden Gesellschafter der KKB, hätte bei der Präsentation des neuen Terminalsystems auf IBM-Gerätschaften verweisen können. Der Marktführer aber war, als im Hause KKB die Entscheidung anstand, nur zu unverbindlichen Äußerungen zu bewegen. Damit war der Weg für Bunker Ramo frei, dessen Systeme das Check-up überstanden hatten. Zwar glaubt Weyers, daß IBM "inzwischen Gleiches zu bieten haben dürfte", doch verbindet er damit keinerlei Relativierung der einmal getroffenen Entscheidung.

Bislang hat die KKB ihre interne Kommunikation mit Fernschreibern vom Typ Siemens Transdata 8220 (13,3 Zeichen pro Sekunde) im Datex-200-Netz unter Ausnutzung von nur 100 Baud Geschwindigkeit betrieben und wird dies partiell noch eine Weile fortsetzen. Die fällige Modernisierung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Datel GmbH (Geschäftsbereich Danet), Darmstadt, beschlossen und durchgeführt. Ende 1977 erging an Bunker Ramo der Auftrag, 204 Steuereinheiten (Programmable Control Unit 90/20), 548 Bildschirme mit Tastatur (90/17) und 242 Sparbuch- und Formulardrucker (90/86 E; System Mannesmann) zu liefern. Zugleich wurde ein Wartungsvertrag mit Zwei-Stunden-Garantie vereinbart.

Das Datenfernverarbeitungskonzept der KKB hat folgendes Aussehen: Das Rechenzentrum in Meerbusch-Büderich

- ausgerüstet mit einer IBM 370/158 mit einer Speicherkapazität von drei MB als DÜ-Anlage und einer 370/148 mit zwei MB als Backup- und Batch-System

- steht über Datex-2400-Wählleitung mit der Zweigstelle in Verbindung. Die dort installierte Steuereinheit empfängt die Nachricht und leitet sie an das betreffende Terminal weiter. Der umgekehrte Vorgang verläuft entsprechend.

Die Arbeitsweise der Steuereinheit: Sie baut die Verbindung auf, sendet (nach Identifikationsaustausch) die Nachricht ins Rechenzentrum und hält die Leitung während der Reaktion des Zentralrechners offen. Ist die Antwort eingetroffen und zwischengespeichert, bricht sie die Verbindung ab, es sei denn, eine neue Nachricht steht zur Übermittlung bereit.

Jeder Leitungsaufbau kostet fünf Pfennig; zur Zeit aber ist der Datenanfall noch in keiner Zweigstelle so groß, daß eine Verbindung über Standleitung wirtschaftlich wäre. Dies und der Ausrüstungsgrad der Zweigstellen mit Terminals könne sich aber noch ändern, meinte Weyers. Dagegen schloß er aus, daß die KKB ihre Philosophie "Intelligenz allein im Hauptrechner" einmal aufgeben könnte.