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19.07.1985 - 

Universitäre Forschung hat Expertensysteme noch nicht im Griff:

Kl-lgnoranz bremst Industrieeinsatz

MÜNCHEN - Glaubt man einschlägigen Marktprognosen, so ist das Interesse am Einsatz von KI-Methoden insbesondere im Anwendungsbereich Expertensysteme groß. Hannelore Roesner, Mitarbeiterin der Abteilung Expertensysteme der Nixdorf AG, Paderborn, charakterisiert die gegenwärtige Situation.

Experten sind rar, häufig schwer verfügbar und vielfach mit Routineaufgaben unterfordert eingesetzt. Es ist heute vor allem das Expertenroutinewissen, das es durch intelligente Software stärker verfügbar zu machen gilt: Es besteht damit ein Markt für Systeme, die solches Expertenwissen maschinell abrufbar machen.

Der Versuch der Formulierung eines Anforderungskataloges an solche Systeme verdeutlicht, daß Expertensysteme in der industriellen Anwendung mehr noch als herkömmliche Software bereits bei ihrer Konstruktion eine sorgfältige Berücksichtigung des Umfeldes verlangen.

Das technologische Know-How zur Realisierung solcher Systeme muß trotz reichhaltiger Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz und der wissensbasierten Systeme in theoretischer Hinsicht als eher gering angesehen werden: Akademische Forschung scheint traditionellerweise partialisierter Einzelproblemforschung sehr überschaubarer Art - wie sie sich typischerweise in Spielen und eher abstrakten (auf Grundelemente reduzierten) Beispielsituationen darstellt - verpflichtet.

Anspruchsvolle theoretische Probleme, die erst durch Arbeit im realen Anwendungskontext entstehen, rücken damit kaum in das Blickfeld akademischer Forschung. Für die Realisierung von Expertensystemen in der industriellen Anwendung bedeutet dies, daß gegenwärtig auf Methoden und Technologien aus dem universitären Forschungsbereich kaum zurückgegriffen werden kann.

Diese Kurzcharakteristik ist dem Forschungsbericht der Nixdorf Computer AG zum Thema. "Künstliche Intelligenz und Expertensysteme entnommen, der jetzt als Buch im Oldenbourg Verlag, München, erschienen ist.