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Stadtsparkasse Essen stellt auf neue Terminals um:

Klartext auf dem Kontoauszug

13.07.1979

ESSEN (gw) - Um Datenbankkonzepte und ein kundengerechtes Universal-Sofortkassensystem sowie Kundenberatung im Schnellbereich ging es der Stadtsparkasse Essen ,als sie das heute vier Jahre alte Hauptverwaltungsgebäude ab 1973/74 zu planen begann. Heute ist die Essener Stadtsparkasse mit insgesamt 4 Milliarden Bilanzsumme, 75 Zweigstellen, 1500 Mitarbeiten und einer Million Konten einige Schritte weiter auf diesem Weg. Ende März 1979 begann das Institut mit der Umstellung auf insgesamt künftig 200 Terminals IBM 3600.

Seinerzeit hat die Stadtsparkasse Essen eine IBM /370-158, mit einem Mega-Byte Kapazität, bei IBM Deutschland angemietet und damit bereits 450000 Sparkonten, 200 000 Kontokorrentkonten, 30 000 Darlehens- und 250 000 Wertpapierkonten verwaltet. An Terminals wurden zunächst 75, später 110 IBM 5930 für Sofortkassen in den Zweigstellen installiert und somit 30 Prozent des Volumens im Spar- und Kontokorrent-Online-Verfahren abgedeckt. Meint Hauptabteilungsleiter Ewald Kleining heute dazu: "Wir haben die Mitarbeiter mit Online konfrontiert und dann in Ruhe auf das jetzt anlaufende System IBM 3600 vorbereitet". Sein Stellvertreter und Leiter der EDV-Organisation, Hermann Fastenrath, ergänzt ihn: "Seit dem 26. März wird bei uns alles komplett umgerüstet."

Datenaustausch - wichtig

Heute stellt sich die Datenverarbeitungs- Organisation der Stadtsparkasse Essen mit ihrem Datenbanksystem für Spareinlagen und Kontokorrent sehr modern dar. Doch das Unternehmen wird laut Kleining und Fastenrath dabei nicht stehen bleiben. Das ist eine Andeutung in Richtung Marketing, also eine Frage "wie viele Anwendungen bei uns noch verbrochen werden", so Fastenrath. Sicher wird hier laut Auskunft der beiden Herren von der EDV das Schreiben von Aufklebern, die Zielgruppenauswahl und im Informationsbereich fürs Management mehr Systematik hinzukommen. Die Herren denken da recht praktisch "Die Euphorie ist aus dem Management -Informationssystem längst raus - es ist alles sehr viel pragmatischer und praxisbezogener geworden", meint Kleining.

Die "Verdichtungseffekte" für die einzelnen Managementebenen sind zwar noch nicht "ganz ausgereift", aber Fastenrath und Kleining sind auch da ziemlich optimistisch. Denn sie meinen, der Computer könne auch bei ihnen immer mehr als Entscheidungshilfe verwendet werden, wie zum Beispiel bei der Stadtsparkasse Essen, wo die Daten mit einer Parameter-Sprache zur Kombination herangezogen werden. Die EDV ist hier laut Kleining "Brückenlieferant". Erläutert Fastenrath: Die lästigen Quälgeister im Hause wollen wir durch unser Datenbankkonzept einfach irgendwann mal loswerden." Dafür eben wird die schon angedeutete Spezial-Software, über die sich die beiden Herren nicht näher auslassen wollten, eingesetzt. Wie nebulös auch immer diese Andeutung ist, für Kleining und Fastenrath hat sie sich schon auf die Tagespraxis des Instituts in Essen positiv ausgewirkt.

Für solche Informationen aus der Datenbank - und die braucht vor allen Dingen auch der Vorstand des Instituts - folgt, daß der Datenaustausch, das Data Clearing mit anderen Stadtsparkassen, der Post oder der OFD, vereinfacht werden muß - noch geschickter "gehandelt" werden soll. Dazu kommt auch daß die Statistik komprimiert werden muß: Fragt Fastenrath: "Wer will zum Beispiel im Hause in welcher Form und wann Sparbestände haben?" Laut Fastenrath geht das Ganze ein bißchen in Richtung interne Organisation für das eigene Haus selbst.

Kontoauszüge - lesbarer

Das Dreisäulenkonzept im Hause Stadtsparkasse Essen

1. Online- Verkehr

2. Data clearing

3. übriger individueller Kontokorrentverkehr ist auf Wachstum ausgelegt.

So wird in diesem Konzept die Information aus dem schon genannten Datenaustausch eben nicht mehr in Belegen verarbeitet, sondern überwiegend im Kontoauszug ausgedruckt. Das kommt natürlich in erster Linie den Privatgirokunden zugute. Aber auch für das Haus selber gibt es Vorteile.

Was speziell den Kontoauszug betrifft, so wird er nach Ansicht von Kleining und Fastenrath künftig einen noch höheren Informationsgehalt haben. Und der Kunde der Stadtsparkasse Essen soll alles im Klartext lesen können, nicht mehr verschlüsselt also den Kontoauszug quasi wie ein "Journal lesen". Kleining :Ein echtes Abrechnungs- und Informationsblatt des Verbrauchers, wobei wir mit 120 Druckzeilen allein für den Werbetext schon eine ganze Menge machen können."

Und die Planungen gehen bei der Stadtsparkasse Essen weiter: Aus Kapazitätsgründen wird zu der 158 von IBM noch eine 3031 hinzukommen. Dabei ist allerdings noch nicht entschieden, so Kleining, "was Batch-Betrieb und was Online sein wird". Vielleicht ist ja, so Kleining weiter, "die 303l wirklich schneller als unser bisheriges IBM-System".

Ferner kommt die optische Beleglesung hinzu. Ob das Unternehmen da IBM nehmen wird, ist fraglich. Auf jeden Fall soll die manuell Datenerfassung erheblich reduziert werden.

Ein bißchen Zukunftsmusik - aber nicht ganz unreal- ist die Einführung zweier 3614-Kassenautomaten für die Kunden in Borbeck und Kettwig innerhalb des Stadtgebietes von Essen. Zwei weitere sind "in der Überlegung". Fastenrath: "Wir wollen Erfahrungen sammeln, wie man die Bankschlußzeiten überbrücken kann und ob man mit Hilfe dieser Geräte den Kassenverkehr während der Öffnungszeiten entlasten kann."

Und last not least beschäftigt sich die Stadtsparkasse Essen mit der Poollösung für Geldausgabe-Automaten der deutschen Sparkassen als Ergänzung zu den Eurocheque-Überlegungen; desgleichen mit dem schon genannten MVS (Multi Virtual Storage Technique) - alles in Gedankenansätzen heute schon zumindest bei Kleining und Fastenrath vorhanden.