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12.07.2005

Klassischer Fehlstart für den neuen Siebel-Chef

Der CRM-Anbieter beklagt auch unter George Shaheen schwache Lizenzverkäufe und leitet die Restrukturierung ein.

Die Aussichten des CRM-Softwarehauses Siebel auf einen Umschwung bleiben schlecht. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurden im zweiten Quartal 2005 (Ende: 30. Juni) nach vorläufigen Berechnungen lediglich zwischen 312 und 314 Millionen Dollar umgesetzt. Damit verbesserte Siebel die Einnahmen gegenüber dem Vorjahreswert von 301 Millionen Dollar. Die aktuellen Erlöse liegen jedoch im unteren Bereich der bislang angepeilten Spanne von 310 bis 330 Millionen Dollar sowie unter den Wallstreet-Prognosen. Analysten waren von knapp 319 Millionen Dollar ausgegangen.

Siebel begründete die enttäuschenden Zahlen damit, dass mehrere Aufträge speziell aus dem Behördenumfeld nicht mehr zum Quartalsende abgeschlossen werden konnten. Das Problem offenbart sich im Lizenzgeschäft: Hier lagen die Einnahmen mit 78 Millionen Dollar deutlich unter den angepeilten 90 bis 100 Millionen Dollar sowie unter dem Vorjahreswert von 95 Millionen Dollar. Gegenüber dem Anfangsquartal 2005 stiegen die Softwareeinnahmen zwar um drei Millionen Dollar. Allerdings waren sie in den ersten drei Monaten des Jahres mit 75 Millionen Dollar auf das niedrigste Niveau seit dem Ende der 90er Jahre gefallen.

Einziger Lichtblick war laut Siebel das On-Demand-Geschäft. Hier möchte das Unternehmen den Vorsprung des Erzrivalen Salesforce.com aufholen. Gegenüber dem Anfangsquartal des Geschäftsjahres sei das Auftragsvolumen von 10,6 Millionen auf rund 20 Millionen Dollar gestiegen, berichtete Siebel.

Siebels vorläufige Ergebnisse seien ermutigend, doch gebe es weiter Verbesserungsbedarf, erklärte der neue Firmenchef George Shaheen. Der Manager hatte nach dem schwachen Abschneiden im Anfangsquartal 2005 den damaligen CEO Michael Lawrie abgelöst. Als Reaktion auf die schlechten Zahlen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge am 30. Juni ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet, das rückwirkend zu Belastungen von 75 Millionen Dollar führen soll. Ein Großteil der Aufwendungen entsteht mit 62 Millionen Dollar durch die Konsolidierung geleaster Immobilien sowie durch Wertberichtigungen. Im dritten Quartal erwartet Siebel aufgrund ähnlicher Maßnahmen Sonderbelastungen von zehn bis 15 Millionen Dollar. Abfindungen an ehemalige Mitarbeiter und den Ex-CEO Lawrie führten im Berichtsquartal zu weiteren Sonderzahlungen von sechs beziehungsweise sieben Millionen Dollar.

Die Aufwendungen eingerechnet, erwarten die Kalifornier für den Berichtszeitraum einen Vorsteuerverlust (Ebt) zwischen 60 und 63 Millionen Dollar. Ohne die Sonderaufwendungen wäre dagegen ein Ebt-Gewinn von zwölf bis 15 Millionen Dollar angefallen. Angaben zum voraussichtlichen Nettoergebnis machte Siebel nicht. (mb)