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07.04.1977 - 

Beleglesemarkt:

Kleidienst beklagt Mangel an Konkurrenz

LUDWIGSBURG (ee) - Im kleinen Kreis räumte Kleindienst-Vertriebsleiter Rainer Hofmann ein, was sich mit dem in der Pressekonferenz offiziell vorgetragenen Optimismus nicht vertrug: "Das Image der Belegleser-Branche ist nicht gut." Und daß Kleindienst mit dreißig Installationen des Beleglesers DL 1000 heute Marktleader ist, liegt nicht nur an der "gründlichen Planung, der rechtzitigen Marktanpassung und der systematischen Weiterentwicklung", wie das Unternehmen argumentiert: Die Augsburger sind wohl auch - zwar mit einem anerkannten Produkt - Einzelkämpfer auf dem Offline-Belegleser-Markt.

Dessen Zukunft ist aber noch nicht geschrieben.

Unbestritten hat Kleindienst mit 8 Millionen Mark Umsatz (1976) im EDV-Sektor aus dieser Division mehr als zehn Prozent des Gesamtumsatzes (76 Millionen) bezogen. Und selbstsicher verkündet Vertriebsmann Hofmann: "Wir sind mit der Produktion neun Monate ausgelastet". Die monatliche Produktionskapazität liegt bei vier bis fünf Beleglesern. Doch daß dieser Markt für Kleindienst nicht das reinste Honiglecken bedeutet, läßt sich aus anderen Äußerungen mutmaßen: Falls der Trend zum Bildschirm-Dialog läuft, fallen die großen, zu sortierenden Datenmengen vielleicht zentral alsbald nicht mehr an.

Wenngleich Banken, Versicherungen und Großanwender im Handel eine weite Pfründe darstellen, muß Kleindienst doch seinen Geräten neue Anwendungen erschließen. Ahnt aber daß durch noch schnellere, noch größere Anlagen keine zusätzlichen Verkaufsargumente kommen.

So betont denn auch Hofmann hintergründig: "Mehr als zwölf Sortierstationen sind sinnlos, weil kein Raum groß genug ist und man im U bauen müßte." Und Kleindienst-Inhaber Dipl.-Kfm. Dr. Hermann Wöhrl muß in den sauren Apfel beißen, daß Preiserhöhungen ausgeschlossen sind", wenn nicht Tariferhöhungen Argumente liefern. Dabei berichten Anwender (siehe Seite 11), die sich mit Kleindienst organisiert haben, über immense Personal(Kosten)-Einsparungen im Belegsortierbereich. Die Crux liegt darin, daß einige Konkurrenten den Rückzug angetreten haben und den Anwender allein ließen mit einer Idee, von der er nicht weiß, ob sie auch künftig gilt. Und der Kleindienst-Versuch, in der Kooperation mit Inforex (DSS in Verbindung mit einem Belegleser) das Risiko zu teilen, findet seinen Ausdruck in der Hofmann-Formulierung: "Es ist nicht möglich, über eine Kooperation allein den Markt aufzureißen. Uns muß auch die Konkurrenz aktivieren."