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14.05.1999 - 

Reduzierte Schnittstellen-Entwicklung

Klein-PPS aus Office-Komponenten

MÜNCHEN (CW) - Die Universität Erlangen-Nürnberg hat speziell für kleinere Betriebe ein aus Softwarebausteinen bestehendes PPS-System vorgestellt. Unter den Komponenten von "Componentware-PPS" verstehen die Wissenschaftler die Nutzung von Funktionen aus Microsofts Office-Familie.

Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte und in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) der Universität Aachen entwickelte Prototyp soll die branchen- und betriebstypischen Anforderungen kleinerer Firmen sowie dezentral organisierter Einheiten in größeren Unternehmen abdecken und diese vor aufwendigen Eigenentwicklungen schützen. Herzstück des Systems ist die relationale Datenbankverwaltung von Access. Man habe sich innerhalb der Microsoft-Welt absichtlich nicht für den SQL Server entschieden, heißt es am Erlangener Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, nicht etwa weil dieser zu teuer, sondern weil er für die spezielle Zielgruppe bereits zu komplex in der Anwendungsentwicklung sei.

Als weitere Office-Komponente kommt die Tabellenkalkulation Excel zum Einsatz, die unter anderem mit dem "Solver" ein Planungswerkzeug enthält. Mit Hilfe von Visual Basic for Applications (VBA) sei das Programm dahingehend erweitert worden, daß sich beispielsweise ein Absatzplan mit dem dazugehörigen Deckungsbeitrag für einen mittelfristigen Planungshorizont generieren läßt, wobei Einschränkungen etwa in der Kapazität zumindest grob berücksichtigt werden. Weitere Einsätze bieten sich bei der Erstellung von Rechnungsdokumenten und Maschinenauslastungsdiagrammen an.

Die Terminierungsfunktionen von MS-Project konnten nahezu unverändert in das System übernommen werden. Der damit mögliche, automatische Kapazitätsabgleich ist den Angaben zufolge eine Option, die längst nicht jedes eigens als PPS implementierte Softwarepaket bereitstellt. Mit Hilfe von Word und Outlook wird die Lösung derzeit in Richtung auf ein schlankes Workflow- und Dokumenten-Management erweitert.

Im Verlauf des Projekts haben die Beteiligten geschätzt, wieviel Eigenaufwand durch die vorgefertigten Komponenten eingespart werden kann. Das Ergebnis: Bei der Grunddatenverwaltung ließen sich 90 Prozent der Aufgaben mit modifizierten Bausteinen lösen, der Rest mußte individuell programmiert werden. Die Materialbedarfsplanung enthält 70 Prozent Eigenentwicklung. Die Wiederverwendungsrate der vorgefertigten PPS-Bausteine wird mit 56 Prozent angegeben. Anfragen zum Projekt sind unter der E-Mail-Adresse "Marc.Brauninformatic.uni-erlangen.de" möglich.