Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.07.1980 - 

Achter Collega-Tag in München:

Kleinanwender-Verband emanzipiert sich

MÜNCHEN (je) - "Weiß ein VB eigentlich, was zum Gesamtangebot seines Herstellers gehört und was nicht?" "Der VB weiß gar nichts; der redet Sie nur tot." - Attacken von Anwenderseite, die die Hersteller konterten: "Es paßt nicht gut zusammen, mal mündig sein zu wollen und mal die Laien-Position einzunehmen." Wortgefechte dieser Art lieferten sich beide Seiten anläßlich des achten Collega-Tags in München.

Collega e. V. ist ein Bund von Kleinanwendern - meist Steuerberatern -, zu dessen Merkmalen eine gute juristische Rückendeckung gehört, wie Tagungsprogramm und -verlauf belegten. Erklärtes Ziel von Collega, der "lnteressengemeinschaft zur Förderung der Tätigkeit von Angehörigen der steuer- und rechtsberatenden sowie wirtschaftsprüfenden Berufe", ist die Optimierung der Kanzleiorganisation, insbesondere auf dem EDV-Sektor. Dementsprechend behandelte diese achte Mitgliederversammlung im vierten Jahr des Bestehens des Vereins beispielsweise ausführlich Fragen der Leistungserfassung, aber auch des Hersteller-Anwender-Verhältnisses.

Zur letzten Thematik gab es eine aktuelle Fragestunde, bei der den Herstellern

ärger zugesetzt wurde (siehe oben), als es Bernfried Lewandowski, Münchener Informatik-Professor und Moderator der Veranstaltung, nach eigenem Bekunden erwartet hätte.

Ferner referierte Fachhochschul-Professor Dr. Franz Josef Brenneis, München, über vor

Gericht gesammelte Erfahrungen bei EDV-Systemproblemen, und außerdem stellte Collega

fünf vorformulierte "Fragen an EDV-Hersteller und die Datev".

Günter Hässel, der auf vier Jahre wiedergewählte Vorstandsvorsitzende (und nun auch Präsident) der Collega, beteuerte, seine stark auf DV-Eigenintelligenz ausgerichtete Standesorganisation verstehe sich nicht als Rivale der zentralistisch orientierten Datev, doch- sei bei den Nürnbergern "auch nicht alles Gold". Das ausgeprägte Eigenständigkeitsdenken der in der Collega zusammengefaßten Freiberufler läßt diese Gruppierung jedenfalls in den Augen der Hersteller als gesondertes Marktsegment erscheinen, das es zu bedienen gilt: Die Produktschau am Rande der Tagung und Gespräche mit Herstellervertretern machten deutlich, daß man bei IBM, Nixdorf, Philips, Kienzle und kleineren Anbietern erkannt hat, daß Collega ein ernstzunehmender Kleinanwender-Verband ist und ein atypischer zugleich: Viel Intelligenz juristisch gut abgepolstert. Und daß es verhängnisvoll sein kann, Vertriebsbedingungen dieser Art auf die leichte Schulter zu nehmen.