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24.04.2014 - 

Der CP-Querschläger

Kleinbetriebe, Windows und die Cloud

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
In seiner neuen Kolumne erklärt der "CP-Querschläger", warum sich kleine Firmen Cloud-Lösungen verweigern und was Softwarekonzerne dagegen tun können.
Windows XP soll tot sein?
Windows XP soll tot sein?
Foto: DOC RABE Media - Fotolia.com

Windows XP soll tot sein? Totgesagt und totgeschrieben vielleicht – begraben und vergessen sicher nicht. Gerade Handwerks- und andere Kleinbetriebe stehen den Horrorszenarien aus Marketing und Medien, die kurz vor dem Ende des offiziellen Microsoft-Supports aufgetaucht sind, skeptisch gegenüber.

Ist es nicht so, dass einerseits nahezu jede beruflich genutzte Lizenz von Windows 8 Pro ein Downgrade zu Windows 7 mit XP-Mode hinter sich hat? Andererseits warten gerade SaaS- und ERP-Konzepte auf den versprochenen Boom per Windows-8-Zwangsregistrierung und Informationsaustausch. Während es für Betriebe ab 250 Personen bei Microsoft Dynamics beispielsweise lokale und Cloud-Versionen gibt, sind es bei der Mindestgröße von fünf Klienten nur Online-Lizenzen.

Das Lustige daran: Will der Bäckermeister das dazu passende Erklär-Video anschauen, plappert dort ein Microsoft-Mensch einen englischen Text herunter. Was also genau diese ERP-Software für 53 Euro im Monat pro Lizenz kann – er hat es sicher nicht verstanden. Und der deutsche Text? Was soll ein Einzelhändler mit einer Audit-Trail-Transparenz anfangen? Der ist bereits glücklich, dass er den Begriff Update kennt, von Upgrade ganz zu schweigen.

Wo sind hier die Vorteile für den Kunden gegenüber einer Kaufvariante? Und so wie Adobe, Sage und alle anderen Anbieter von Business-Software keinen ihrer zwangsregistrierten Kunden an uns Händler zurückgeben – es sei denn, es geht darum, kostenlose Dienstleistungen zu erbringen -, genauso kann ich meinen Kunden nicht empfehlen, irgendwelche dubiosen Cloud-Lösungen zu nutzen.

Meine Tipps an die Softwaregrößen: Wenn Ihr Eure Programme wirklich an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) bringen wollt, schreibt erstens deutsch, zweitens verständlich und drittens ohne das aufgeblasene hyperadjektivierte Marketing-Geschwurbel. Aber solange meine Kunden Eure ERP-Business-Miet-Cloud-Software nicht kaufen wollen, helfe ich ihnen kostengünstig, damit es weiterhin mit XP klappt. Mit "Fachhandel-as-a-Service" oder so ähnlich.

Mein Fazit: Die meisten mir bekannten KMUs arbeiten mit Windows XP oder Windows 7. Und ihre "Lösungen" heißen PC-Kaufmann, Lexware oder Excel. So what?

Bis demnächst, Euer Querschläger!

(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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