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14.11.1975 - 

Computerunterstütztes Management von Information (CMI)

Kleincomputer im Medienverbund mit Tafel und Kreide

BRAUNSCHWEIG - Dr. Achim Schneider ist Geologe und Fachberater von Verlagen. Als Geschäftsführer der Braunschweiger Gesellschaft für Lehrprogramme und Datenverarbeitung e. V., einem Gemeinschaftsunternehmen von Lehrbuchverlagen, grub er tief und wurde fündig: Zusammen mit einem halben Dutzend Wissenschaftlern verschiedener Hochschulen und drei festen Mitarbeitern - entwickelte die Gesellschaft ein Unterrichtsmodell, verwirklicht auf einem "Kleincomputer mit 4-K-Worte", Programmiersprache Basic.

Unterstützung für Lehrer und Schüler

Das "Unterrichtsmodell" für CMI (Computerunterstütztes Management von Information) ist eine simple aber wirkungsvolle Lösung. Es basiert auf dem Grundgedanken, speziell an Fachschulen die bisherigen Unterrichtsformen zu unterstützen, nicht etwa, sie durch "programmiertes Lernen" im Dialog mit dem Computer zu ersetzen. Es baut auf die Interaktivität von Lehrer und Schülern und auf die Tatsache, daß Lehrbücher und Lehrmaterial als "externe Datenbank" ohnehin vorhanden sind.

Der Kleinrechner ist Hewlett-Packard's programmierfähiger Tischrechner 9830 (Grundpreis 25000 Mark) mit Printer und Markierungskartenleser.

Förderung aus Bonn

Die "Grabungsarbeiten", die immerhin rund 100 Mann-Monate erforderten bezahlte das Bundesforschungsministerium. Aus dem 2. DV-Förderungsprogramm standen 150000 Mark Zuschuß zur Verfügung. Dafür kann jetzt jedermann das Programm kostenlos benutzen. Zu erstatten sind lediglich die Materialkosten für Dokumentations-Unterlagen.

Wissensstand prüfen

Im Rahmen des Unterrichts (Dr. Schneider: "Zehn Minuten einer Doppelstunde genügen") ist die wesentliche Aufgabe des "Modells", den jeweiligen Wissensstand der Klasse und der einzelnen Schüler zu prüfen. Das geschieht mit Hilfe von Markierungskarten, die von den Schülern auszufüllen sind. Das System mißt am vom Lehrplan und vom Lehrer vorgegebenen "Standard" die Abweichungen und gibt Hinweise auf Korrektur und Fortgang des Lehrbetriebs.

Effizienzreserven freisetzen

Dr. Schneider: "Der Medienverbund zwischen Lehrer mit Tafel und Kreide einerseits und Schulbüchern, Buchprogramm, Lehrmitteln und Experimentiergeräten andererseits birgt Effizienzreserven, die durch ein rechnergestütztes Managementsystem freigesetzt werden können."

In Tests an Fachschulen bestätigte sich die Funktionstüchtigkeit. Kommentiert Schneider: "Die Einführung des Informationssystems ist möglich, ohne in die vorgegebene Schulorganisation einzugreifen und ohne den bisherigen Unterrichtsablauf wesentlich zu verändern."

Die in Basic geschriebenen Programme sollen auch auf jedem anderen Kleinrechner, der in Basic programmierbar ist, laufen, sofern mindestens 4 K freiprogrammierbare Speicherkapazität vorhanden ist. Die Anwendung des Systems ist so einfach, daß sie jede Lehrperson übernehmen kann. "Es bedarf weder einer Spezialausbildung noch der Kenntnis von Programmiersprachen", erläutert Achim Schneider.