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10.09.1976 - 

Anwenderbericht: Kommunale Datenverarbeitungszentrale (KDVZ) Hellweg-Sauerland, Iserlohn

Kleincomputer und Kataster

Die Kommunale Datenverarbeitungszentrale Hellweg-Sauerland - kurz KDVZ - ist ein Zweckverband. Zum Einzugsbereich gehören der Märkische Kreis, der Hochsauerlandkreis und der Kreis Soest mit insgesamt 29 Städten sind 12 Gemeinden. Der Einzugsbereich hat eine Flächengröße von zirka 4340 qkm mit rund 980 000 Einwohnern. Neben den Aufgaben für die allgemeine Verwaltung der Verbandsmitglieder werden von der KDVZ auch Aufgaben im technischen Bereich (Bau- und Vermessungswesen) wahrgenommen.

Die bis etwa Anfang 1974 praktizierte Datenerfassung wurde inzwischen

aufgegeben. Um eine zeitnahe Datenverarbeitung zu gewährleisten, wurden bei 38 Verbandsmitgliedern der KDVZ Datenerfassungsstationen (IBM 3741) installiert, die über TP mit der RDVZ verbunden sind. Die übrigen 6 Verbandsmitglieder werden in Kürze ebenfalls mit eigenen Datenerfassungsstationen ausgerüstet.

Kienzle im Katasteramt

Neben den genannten Datenerfassungsstationen als Datensammelsystem für alle Anwender, sind in 6 Katasterämtern beziehungsweise Katasteramtsaußenstellen Anlagen der mittleren Datentechnik der Kienzle installiert. Diese Installationen erklären sich aus der besonderen Stellung dieser Ämter innerhalb der Verwaltungen und durch ihre speziellen Aufgaben. Diese Stationen erfüllen als intelligente Terminals selbständige Funktionen und sind darüber hinaus über TP (Wählleitungen) ebenfalls mit der KDVZ verbunden.

Die im Einzugsbereich der KDVZ räumlich bis zu 80 km entfernten Fachämter setzten 1972 folgende Aufgabenstellung:

- Entwicklung eines Arbeitsablaufes, der gewährleistet, daß bei Inanspruchnahme der zentralen EDV-Anlage zwischen dem Zeitpunkt des Inputs und des Outputs maximal ein Zeitraum von 24 Stunden liegt.

- Entwicklung einer Hardwarekonzeption, die gewährleistet, daß kleinere vermessungstechnische Berechnungen im Fachamt durchgeführt werden können.

Der Arbeitsablauf gestaltet sich folgendermaßen:

Zunächst einmal können im Fachamt die dort am häufigsten anfallenden Routine-Berechnungen durchgeführt werden, ohne den Großrechner bei der KDVZ in Anspruch zu nehmen. Zur Zeit sind in den Fachämtern folgende, eigens für den Klein-Computer erstellte Programme im Einsatz:

- Orthogonalpunkt-Berechnung,

- Polarpunktberechnung,

- Umformung nach Form. 22.1,

- Geradenschnitt und

- Flächenberechnungen mit Segmenten.

Die Auswahl dieser Programmpalette wurde nach der Häufigkeit der in den Fachämtern anfallenden Berechnungen getroffen.

So werden zum Beispiel Polygonzugberechnungen und Auswertungen der mit selbstregistrierenden elektronischen Tachymetern erfaßten Messungsdaten grundsätzlich im Rechenzentrum mit den dort zur Verfügung stehenden umfangreichen KIV- und ARSM-Programmen durchgeführt.

Im Kernspeicher der bei den Katasterämtern installierten Kienzle-3000-Rechner lassen sich während der Berechnung bis zu 250 Koordinaten-Werte, einschließlich Punkt-Nr., speichern und sortieren. Sofern dieser Platzbedarf bei größeren Messungen nicht ausreicht, können die ermittelten Werte auf einer Kassette gespeichert werden.

Korrektur-, Sortier- und Duplizierprogramme auf den Großraumspeicher bei der KDVZ zusammenzustellen.

DE-Platz doppelt ausgelegt

Die praktische Erfahrung hat gezeigt, daß zusammenhängende, größere Messungen ohnehin zweckmäßiger erfaßt und dem Großrechner im Rechenzentrum zur Verarbeitung zugeleitet werden. Diesem Verfahren kommt entgegen, daß die Klein-Computer in den Fachämtern mit einem zweiten Arbeitsplatz ausgerüstet sind. An diesem zweiten Platz kann - während am ersten Platz gerechnet wird - die Datenerfassung für die Verarbeitung mit dem Großrechner in der KDVZ durchgeführt werden. Die Anlagen sind also mit zwei Arbeitsplätzen und zwei Kassettenschächten versehen, so daß der jeweilige Sachbearbeiter neben den für ihn bestimmten Kernspeicherbereich eine eigene Kassette für einen Arbeitszweck zur Verfügung hat.

Die so im Fachamt in der täglichen Arbeitszeit ermittelten Koordinaten einerseits und die für den Großrechner erfaßten Berechnungsdaten andererseits, werden vor Dienstschluß im Katasteramt auf Kassetten zusammengespielt und die Anlage wird auf Sendung und Empfang gestellt. Für den Mitarbeiter im Katasteramt ist die Tagesarbeit beendet.

Zur Nachzeit werden von der KDVZ die einzelnen Stationen angewählt. Die Daten werden zur KDVZ übertragen und dort auf ein Magnetband übernommen.

Nach Abschluß der Datenübernahme wird das Magnetband in die Bandstation des Großrechners eingelegt und die Verarbeitung mit den KIV-Programmen kann beginnen. Gleichzeitig mit der Verarbeitung am Großrechner kann die nächste Datenstation angewählt und die dort bereitstehenden Daten können abgerufen werden. Nach Empfang aller Daten aus den einzelnen Katasterämtern kann das erste Band mit den ermittelten Berechnungsergebnissen zur Rückübertragung wieder gestartet werden. Auf denselben Kassetten, die am Vortage für die Datenübertragung der erfaßten Daten bereitstanden, befinden sich am nächsten Morgen die Ergebnisse. Mit Ende der Rückübertragung wird die Kienzle-Anlage im Katasteramt automatisch abgeschaltet.

*Wilhelm Vogt ist Vermessungs-Ingenieur bei der KDVZ Hellweg-Sauerland, 586 Iserlohn

Konfiguration bei der KDVZ

IBM 370/145 768 KB

12 Laufwerke 3330 Mod. 11, 5 Bandlauf: 3420 Mod. 5 u. 7, Kartenleser 3505, Kartenstanzer 3525, Diskettenleser 3540, 2 Drucker 1403/N2, TP-Steuereinheit 3704.

Kienzle 3000

12 K Programmspeicher, 4 K Datenspeicher, 1/2 Magnetbandeinheit 1600 BPI, Serialdrucker, Overlay-Tastatur.

Konfiguration bei den Katasterämtern

6 Katasterämter sind jeweils ausgerüstet mit

Kienzle 3000 Zentraleinheit

16 K Kernspeicher, 8 K Datenspeicher, 1 Blockdrucker, 2 Overlay- Tastaturen, 2 MTC-Kassettenlaufwerke.

1 Katasteramt zusätzlich mit Kienzle-Lochstreifenleser, da hier ein selbstregistrierender elektronischer Tachymeter mit Lochstreifenerfassung im Einsatz ist. Die im Felde auf Lochstreifen erfaßten Daten werden im Katasteramt auf MTC-Kassetten übernommen, wobei gleichzeitig für den Großrechner erforderliche Informationen für die Verarbeitung der ARSM-Programme (Auswertung von Richtungs- und Streckenmessungen) eingefügt werden können.