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Kleine Einheiten koennen ihren Markt besser bedienen Die Acer-Gruppe ruestet sich mit Client-Server fuer das Jahr 2000

22.07.1994

TAIPEH (kk) - Acer Computers Firmenchef Stan Shih setzt nicht nur bei der Datenverarbeitung auf Client-Server, er will das Modell auch auf die Organisationsstruktur seiner Firma uebertragen.

Die Acer-Gruppe nimmt in Taiwans DV-Industrie eine Sonderstellung ein. 1976 gegruendet, gelangen den Inselchinesen immer wieder weltweite Innovationserfolge wie beispielsweise 1986, als man die IBM im Rennen um den ersten 32-Bit-PC mit 386-Prozessor schlagen konnte.

Neben innovativen Produkten setzte die Mannschaft um Firmenchef Shih auch ziemlich frueh auf das Branding und promotete die Marke Acer weltweit. Auch dadurch unterschied man sich bald von anderen Taiwan-Firmen, die sich mit der Massenproduktion von nachgebauten Komponenten zufriedengaben.

Eine schwierige Phase durchlief Acer in den Jahren 1989 bis 1992, als einerseits grosse Investitionen in Produktionsstaetten und den Ankauf von Altos getaetigt wurden, man andererseits auf eine sich rasch wandelnde Industrie traf und zudem mit den internen Effekten des schnellen Wachstums zu kaempfen hatte. Die Acer-Manager meisterten diese Klippe, und der Firmenverbund erzielte 1993 einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar, was ein Wachstum von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Im ersten Halbjahr 1994 wuchs der Umsatz um weitere 76 Prozent und erreichte die Rekordhoehe von 1,36 Milliarden Dollar. Dieses Jahr will man mit 2,8 Milliarden abschliessen.

21 lokale Clients

sollen an die Boerse

Unter dem Schlagwort "Local touch and global brand" etablierte man in den wichtigsten Maerkten eigenstaendige Gesellschaften mit zusaetzlichen Produktionsstaetten in Europa und USA. Nun soll dieses Konzept bis zum Jahr 2000 weiter verfeinert werden.

Acer will bis zur Jahrtausendwende die Aktien von 21 Gesellschaften an den Boersen plazieren. Den Anfang machen die Acer Peripherals Inc. und die Acer Sertek Inc., die noch in diesem Jahr in AGs umgewandelt werden. Naechstes Jahr wird die in Mexiko erfolgreiche Kooperation mit einem Distributor, die Computec de Mexico, den Gang an die Boerse antreten, ein Jahr spaeter soll die US-Tochter Acer America Corp. folgen.

Erste Aktienbesitzer sollen nach den Vorstellungen der Taiwaner die lokalen Manager und Arbeitnehmer sein, die Muttergesellschaft in Taipeh verzichtet auf die Aktienmehrheit und will sich mit weniger als 50 Prozent bescheiden. Bei Gemeinschaftsunternehmen etwa mit dem lokalen Distributor eines Landes waere auch ein deutlich geringerer Anteil denkbar.

Voraussetzung fuer die Dezentralisierung sei aber, so Firmenchef Stan Shih, dass man in seinem Bereich zumindest den zehnten Rang erreicht habe: "Die Top Ten ueberleben, die Top Five erzielen Gewinne." Acer ist in Taiwan und im suedpazifischen Raum die Nummer eins der PC-Hersteller, in Suedamerika liegt das Unternehmen auf Rang zwei. 1993 gelang es den Inselchinesen auch, unter die Top Ten im US-Markt zu kommen, als erstem taiwanischen Hersteller uebrigens. Im kommenden Jahr will die Gruppe unter die weltweit fuenf umsatzstaerksten Fabrikanten von PCs und Monitoren vorstossen.

Anlaesslich einer Konferenz in Taipeh verglich Firmenchef Shih die zukuenftige logistische Strategie fuer die Produktion in den einzelnen Laendern mit der von McDonald's: "Das Fast-food-Modell bringt frische PCs fuer die Anwender." Gemeint ist damit, dass die Distributoren vor Ort die PCs gemaess den Kundenwuenschen assemblieren. Dafuer werde man Franchise-Vertraege an diese Partner vergeben, auch eine finanzielle Beteiligung durch Acer schliesst der Firmenchef dafuer nicht aus.