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09.09.1983 - 

US-Computerhersteller suchen neue Organisationsformen:

Kleine Einheiten reagieren schneller

SANTA CLARA (CW) - Eine höhere Reaktionsfähigkeit auf neue Entwicklungen versprechen sich die US-Computerhersteller von einer neuen Organisationsform. Sie bilden, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte und Konzepte geht, kleine "Unternehmen innerhalb des Unternehmens". Wie das Wall Street Journal berichtet, beschreiten inzwischen mehrere US-Großunternehmen diesen Weg.

Convergent Technologies Inc. habe beispielsweise eine "Strike Force" gegründet, die sich losgelöst von den sonstigen Geschäften des Herstellers mit der Entwicklung eines Rechners für den unteren Preisbereich befaßt. Es sei auch kein Wunder, daß gerade die DV-Hersteller nach neuen Organisationsformen suchten, denn hier vollziehe sich der technische Wandel schneller als in anderen Industriezweigen.

Ein Toaster lasse sich im gleichen Modell möglicherweise über Jahre verkaufen. Ein Rechner, zumal im unteren Preisbereich, sei bereits nach 18 Monaten alt. Hinzu komme, daß in kleinen, gut motivierten Gruppen die Geheimhaltung bei der Produktentwicklung erheblich weniger Probleme aufwirft, als in großen Organisationen.

Auch Apple hatte, so das Wall Street Journal, eine kleine Entwicklungsgruppe für den Lisa eingesetzt. Ähnliches machte Timex, als das Unternehmen mit dem "Timex Sinclair 1000" im Rechnerbereich Fuß fassen wollte. Den Vorteil sieht Timex-President Daniel Ross darin, daß die Verantwortung weiter nach unten verlagert wird. Auch lasse sich in einer kleinen Gruppe die Energie leichter auf ein Ziel konzentrieren. Auch der "Riese der Branche", IBM, habe 14 "Independent Business Units" geschaffen, die sich mit der Entwicklung neuer Produkte vor allem im Roboterbereich befaßten. Die Zentralisierung der Organisation habe sich innovationshemmend ausgewirkt, gute Ideen wurden nicht weiter verfolgt, bemerkt dazu der Marktforscher Peter Wright, der sich mit IBM beschäftigt.

Fördert die Motivation

In der Organisation in kleinen Gruppen sieht Allen Michels, President und Chief Executive Officer bei Convergent, ein probates Mittel im Wettbewerb mit den Japanern. Dieser Weg entspreche der Einstellung von amerikanischen Arbeitnehmern besser, als etwa der japanische Management- und Führungsstil, der auf einer intensiven Bindung des Arbeitsnehmers an "sein" Unternehmen beruht.

Hochqualifizierte US-Arbeitnehmer ziehen die Befriedigung bei ihrer Arbeit aus dem Produkt, das sie herstellen, meint Allen Michels dazu. Das war auch der Grund, warum Convergent keine Probleme hatte, Mitarbeiter für seine "Strike Force" von anderen Unternehmen wie etwa Hewlett-Packard abzuwerben. Die Frage wird sein, was die Gruppe, die bei Convergent den Rechner mit der Bezeichnung "WorkSlate" inzwischen entwickelt hat, nun tun wird.